Vor der Kamera: Theaterleiterin Connie Schwartz, Filmemacherin Lisa Block, Geschäftsführer Jürgen Hillmer. - © Thomas Klingebiel
Vor der Kamera: Theaterleiterin Connie Schwartz, Filmemacherin Lisa Block, Geschäftsführer Jürgen Hillmer. | © Thomas Klingebiel

Kultur „Kamera“ zeigt einmal im Monat ausgezeichnete Dokumentarfilme

Neue Reihe zeigt Perlen des Dokumentarfilms

Bielefeld. Unter der glitzernden Oberfläche von Las Vegas, im Dunkel der Kanäle, leben Menschen in einer eigenen Welt mit eigenen Läden und Gesetzen. Der Dokumentarfilmer Nicholas Steiner gewährt in „Above and Below" faszinierende Einblicke in diese Unterwelt. Dave, der sich in einem verlassenen Bunker im ausgetrockneten Niemandsland in Utah auf Mars-Mission befindet, ist ein weiterer Protagonist dieses außergewöhnlichen Films, mit dem das Kino „Kamera" am Mittwoch, 26. April, 19 Uhr, seine neue Reihe „insight reality" eröffnet. „Jedes Jahr drängen mehr als 190 neue Dokumentarfilme in die Kinos. Für diese Filme ist es besonders außerhalb der Metropolen schwer, ein Publikum zu finden", erklärt Jürgen Hillmer, Geschäftsführer der Lichtwerk Filmtheater Betriebs GmbH. Zwar würden im Lichtwerk und in der Kamera auch im laufenden Programm immer wieder Dokumentationen laufen. „Aber mit der neuen Reihe möchten wir einigen ausgesuchten Filme einen besonderen Platz geben, so dass sie auch nach ihrer normalen Kino-Auswertung noch auf der Leinwand gesehen werden können." Gespräche mit Filmemachern Jede der monatlichen Vorstellungen in der Kamera – aus Gründen der Authentizität im Original mit deutschen Untertiteln – soll mit einem anschließenden Gespräch mit dem jeweiligen Filmemacher verbunden werden. Falls diese nicht persönlich kommen können, werde das Gespräch über Skype geführt, so Hillmer. Dokumentarfilme, selbst von der Kritik hoch gelobte wie Raoul Pecks Oscar-nominierter Film „I Am Not Your Negro", haben es in Bielefeld offenbar schwer. „Wir hatten ihn drei, vier Wochen im Programm, aber die Besucherzahlen waren erschütternd." Für die Auswahl der „insight reality"-Reihe ist die Bielefelder Filmemacherin Lisa Block zuständig. Auch sie beobachtet, dass es generell zu wenig Sendeplätze für Dokumentarfilme sowohl im Fernsehen als auch im Kino gibt. Daher freue sie sich, dass in der Reihe nun filmisch hochklassige Dokumentationen wie „Above and Below" zu einer attraktiven Zeit zu sehen sind. Fortsetzung am 31. Mai Mit „Yulas Welt" (Originaltitel „Something better to Come") wird die Reihe am 31. Mai fortgesetzt. Oscar-Preisträgerin Hanna Polak hat über 14 Jahre das Mädchen Yula begleitet, das bei Moskau auf der größten Müllhalde Europas lebt und versucht, trotz Dreck und Elend ein normaler Teenager zu sein. „Ich möchte gern an das Gute glauben, aber es passiert einfach nicht", sagt Yula an einer Stelle. „Gayby Baby" von Maya Newell erzählt am 14. Juni aus der Perspektive von Kindern über den Alltag in Familien mit homosexuellen Eltern. Die Regisseurin steht anschließend bei einem Skype-Gespräch für Fragen zur Verfügung.

realisiert durch evolver group