„Bilder ohne Worte“: Der französische Maler Michel Vincenot. - © Foto: Maria Frickenstein
„Bilder ohne Worte“: Der französische Maler Michel Vincenot. | © Foto: Maria Frickenstein

Kultur Das Licht Berlins reizt den Franzosen

Ausstellung: Maler Michel Vincenot wirbt in der Galerie van Laak und Bérenger für pure Malerei

Maria Frickenstein

Seine Bilder erzählen von Licht und Farbe in luftiger Transparenz und unbändiger malerischer Gestik in leuchtenden Farben. Versuche, über seine Bilder zu sprechen, schlägt er allesamt in den Wind. „Gucken. Schauen. Das reicht. Genießen Sie es", sagt der französische Maler Michel Vincenot über die Bilder seiner Ausstellung „Bilder ohne Worte", zu sehen in der Galerie van Laak und Bérenger. Bleibt man hartnäckig, lenkt er auf die Kunstgeschichte, erzählt vom wunderbaren Licht in der Scrovegni-Kapelle in Padua, den Fresken von Giotto di Bondone, und der Malerei der Renaissance. „Malerei ist wie Musik", sagt er und schwärmt von der Klassik wie vom Free Jazz, von Jimi Hendrix und Chuck Berry bis Strawinsky. Musik, sie befähige und befreie ihn für die Malerei, sagt der Maler. Es darf aber auch mal ein Theaterstück von der Schallplatte sein. Er bleibt spontan und sein Strich unbekümmert Vincenot, Jahrgang 1954, in Lourdes geboren, studierte an der École des Beaux-Arts in Paris. Seither währt seine intensive Liebe zur Malerei. 1993 sagte er Paris Adieu und ließ sich in seiner neuen Wahlheimat Berlin nieder. „Das Licht von Berlin" habe ihn gereizt und seine Bilder sollten sich verändern. Seither ist das Licht Vincenots erstes Thema in seiner Malerei. Farben, Rhythmen, Dynamik und eine körperliche, malerisch großzügige Geste schließen sich an. Dabei bleibt er spontan und sein Strich unbekümmert. Lustvoll sind seine Formen. Einige Bilder wirken dank ihres großen Formats selbst wie Fresken und geben dem Raum ihre Stimmung, aber eine Malerei auf Wänden, so Vincenot, sei seine Sache nicht. Andere Kompositionen wirken selbst wie Fenster zum Licht, mit Formen wie farbige Glassplitter. Öl und Acryl sind seine Farben, die Farben seine Akteure. Eine Form nähert sich der anderen an oder schwebt im Malraum. Zwischenräume tun sich auf, bilden Brücken oder gewähren einen Durchblick ins Weiß. Die Zeit hält inne, für ein Gefühl, einen luftigen Moment. Bis zum 12. November sind Vincenots Bilder in der Galerie van Laak und Bérenger zu sehen, Viktoriastr. 48, Öffnungszeiten: sonntags 11 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Kontakt unter Tel. 17 14 61. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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