Hier gibt’s Kunst: Vera Brüggemann und Gabriele Undine Meyer. FOTO: MARIA FRICKENSTEIN - © Maria Frickenstein
Hier gibt’s Kunst: Vera Brüggemann und Gabriele Undine Meyer. FOTO: MARIA FRICKENSTEIN | © Maria Frickenstein

Kultur Kunst für alle

Kleinste Kunstmesse: In der Galerie GUM am Siegfriedplatz dürfen sich Besucher über Kunst, Originale, Editionen und Multiples für jeden Geldbeutel freuen

In der Galerie GUM tut sich was. Die „Auflage #2" lädt zum zweiten Mal seit 2014 zum Besuch einer kleinen ausgesuchten Verkaufsrunde ein. „Womöglich die kleinste Messe der Welt", sagen die Initiatorinnen Vera Brüggemann und Gabriele Undine Meyer. Neben heimischer Kunst zeigen die Künstlerinnen limitierte Arbeiten aus Österreich und Großbritannien in gemütlicher Runde. Das Besondere: Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Ab zwei Euro geht’s los. Fast 30 Künstler und Künstlerinnen präsentieren Bilder, Bücher und Filme auf DVD, Originale, Drucke und Multiples, das sind kleine, dreidimensionale Kunstwerke in Serie. Matthias Müller unterbietet den Preis sogar noch. Seine Box mit hundert Bildkarten ist nur komplett zu haben und der Preis von einem Euro pro Karte besticht. Einige der Künstler, Illustratoren und Grafiker studierten an der hiesigen Fachhochschule, so auch die Japanerin Maki Shimizu aus Berlin, die Porträts von Tieren und Menschen auf Postkarten anbietet. Auf Holzklötzchen präsentiert Dorothea Fischer aus Hamburg Farbflächenlust im Quadrat. „Überlebt" nennt er seinen Bildband Darüber hängen Geron Ingers dreidimensionale Einblicke in seine Skizzenbücher, dazu gescannte Ausschnitte von „Finnegans Fake", einer Miniaturabschrift von James Joyces „Finnegans Wake". Mit Humor arbeitet der Fotograf Wolfgang Vollmer. „Überlebt" nennt er seinen Bildband und versetzt sich darin in Haltung, Mimik und Kleidung in bekannte Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Mit einem Datum stellt er eine persönliche Beziehung her. Je nach Länge der Linien eines gezeichneten Autos verkauft Martin Gensheimer seine Zeichnung und liefert als Bonus die Rechnung und hübsch drapierte Anspitz-Späne dazu. So wie bei Daniel Marquardts Zeichnung hat man eine Haarlocke noch nicht gesehen. Filigran wie zarte Tintenzeichnungen wirken seine Stempeldrucke. Malerische Zeichen setzt Willi Kemper bunt und rätselhaft in Szene. Als habe sie Fuchs, Rabe und Panda in Origami-Technik aus Papier gefaltet, präsentiert Anna-Maren Zehnter aus Bochum ihre Bilder, die am Computer entstanden. Kunst für den Alltag bietet die Bielefelderin Katrin Stallmann. Aus abgelegten Kleidern kreiert sie Neues zum Anziehen, so einen Gürtel aus zwei ausrangierten Krawatten. Die Schwestern Ines Christine und Kirsten Carina Geisser aus Kassel bieten Stofftaschen und Rucksäcke mit eigens gestalteten Druckmotiven. Auch eine unverkäufliche Arbeit wird gezeigt: Die chinesische Künstlerin Rui Yin aus Wiesbaden sucht noch einen Verleger für ihre wundervolle Bücherbox mit Künstlerbüchern. Aber auch die Veranstalterinnen präsentieren Arbeiten. Vera Brüggemann illustrierte eine „Edition toter Fliegen" für die Einladungskarte und zeigt Editionen eines Verlags, den es nicht mehr gibt. Einen Katalog zur letzten Ausstellung, in der 21 Wohnungen rund um den Siegfriedplatz beteiligt waren, präsentiert Gabriele Undine Meyer. Öffnungszeiten: Freitag 29.9., 18-21 Uhr, Samstag, 30.9. und Sonntag, 1.10., jeweils von 14-19 Uhr, Donnerstag, 5.10., Samstag, 7.10. und Sonntag, 8.10., von 14-19 Uhr, Freitag, 6.10. bei der Veranstaltung „Arthur!8" von 19-24 Uhr.

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