Kultur Christie’s versteigert Munch-Werke

Sammlung Becker: Fünf grafische Arbeiten aus Bielefeld kommen in London unter den Hammer

Stefan Brams

Fünf Druckgrafiken von Edvard Munch werden am 19. September bei Christie’s in London versteigert. Sie stammen aus dem Besitz von Heinrich Karl Wilhelm Becker (1881-1972), dem ehemaligen Direktor des Städtischen Kunsthauses, dem Vorläufer der Bielefelder Kunsthalle. Unter den Druckgrafiken befindet sich der wertvolle Holzschnitt „Die Mädchen auf der Brücke" aus dem Jahr 1918, den Becker 1931 direkt vom norwegischen Maler Edvard Munch (1863-1944) für das Kunsthaus Bielefeld angekauft hatte. Die Druckgrafik wird von Christie’s auf einem Wert von 70.000 bis 100.000 Pfund (76.000-109.00 Euro) taxiert. Freundeskreis schenkte Becker 1933 den Holzschnitt Laut Pressemitteilung von Christie’s schenkte der Freundeskreis des Kunsthauses Becker das Werk im Jahr 1933, als dieser von den Nazis gezwungen wurde, seine Stelle als Leiter des Kunsthauses aufzugeben. Auf der Rückseite des Blattes, das sich ebenso wie die vier weiteren Drucke mehr als drei Generationen im Besitz der Familie Heinrich Beckers befand, findet sich die Widmung: „Als Dank für Ihre jahrelange selbstlose Arbeit für das Bielefelder Kunstleben, überreicht vom Freundeskreis des Bielefelder Kunsthauses, der Vorstand: D. Emdenberg, Walther Delius, Otto Lorenz/ September 1933." Becker, gebürtig aus Braunschweig stammend, übernahm nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erneut die Leitung des Kunsthauses und führte es bis 1954. 1961 wurde er für seine Verdienste um Kunst und Kultur mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Becker starb 1972. Weitere Infos im Netz: www.christies.com

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