Wird aktiv: Björn Klaus, SPD. - © Foto: Wolfgang Rudolf
Wird aktiv: Björn Klaus, SPD. | © Foto: Wolfgang Rudolf

Kultur Öffentliche Kunstwerke sollen erfasst werden

Antrag: Paprika-Koalition möchte bis März 2018 eine Datenbank aufbauen lassen

Stefan Brams

Mehr als 200 Kunstwerke, Skulpturen und Denkmäler befinden sich im öffentlichen Raum Bielefelds. Das geht aus Reinhard Vogelsangs vor einigen Jahren erstellter Dokumentation mit dem Titel, „Stadtzeichen“ hervor. Um viele dieser Werke ist es nicht gut bestellt, sie verfallen zusehends, werden kaum gepflegt und wahrgenommen. Seit Jahren wird über den stiefmütterlichen Umgang mit den Werken geklagt. Jetzt will die Paprika-Koalition Abhilfe schaffen und hat einen Antrag für den Kulturausschuss am 13. September formuliert. Demnach soll in einem ersten Schritt „eine umfassende Bestandsaufnahme aller im öffentlichen Raum befindlichen Kunstwerke, Skulpturen und Denkmäler vorgenommen werden“."Die Klärung der Eigentumsverhältnisse ist wichtig" „Wir möchten mit dem Antrag erreichen, dass das seit langem vor sich hinwabernde Thema, endlich angegangen wird“, betont Björn Klaus, Fraktionsgeschäftsführer der SPD. Zunächst soll eine Datenbank aufgebaut werden, aus der hervorgeht, wer der Künstler ist, welchen Titel das Werk hat, wo es wann aufgestellt wurde und wem es gehört. „Vor allem die Klärung der Eigentumsverhältnisse ist uns sehr wichtig, denn dann können wir auch klären, wer für den Unterhalt verantwortlich ist“, betont Klaus. Ein in der Tat wichtiger Punkt, denn bei den Diskussionen in den vergangenen Jahren über Kunstwerke im öffentlichen Raum, die zusehends verfallen wie die Morellet-Skulptur vor der alten FH, hat sich immer wieder gezeigt, dass sich oftmals niemand verantwortlich fühlte. „Genau das wollen wir ändern“, betont Klaus. Die Bestandsaufnahme per Datenbank („am liebsten gleich mit einer Fotodokumentation versehen“) soll bis spätestens März 2018 abgeschlossen sein, heißt es im Antrag der Paprika-Koalition, die im Kulturausschuss eine Mehrheit hat. Doch Klaus denkt bereits über diesen Zeitpunkt hinaus. „Ich halte es für sinnvoll, dass Bielefeld einen Kurator für die Kunstwerke im öffentlichen Raum bekommt, der sich um Pflege, Unterhaltung und Vermittlung dieser Werke kümmert und institutionell verankert ist.“ Zudem sollte eine interaktive Internetseite analog zur www.nrw-skulptur.de aufgebaut werden, so dass die Kunstwerke wieder stärker ins Bewusstsein der Bürger gerückt werden können. Klaus regt auch an, sich über ein Sponsorenkonzept Gedanken zu machen, „denn ohne zusätzliche Geldgeber wird die Stadt solche notwendigen Folgeprojekte nicht stemmen können“.

realisiert durch evolver group