Vieles geht in der Technik-Show: Hier zeigte das Theater beim Theaterfest, was so alles an Technik genutzt wird, um am Ende eine faszinierende Inszenierung auf die Bühne zu bringen. Der Titel der Show war die Frage "Was ist Leben?". - © Barbara Franke
Vieles geht in der Technik-Show: Hier zeigte das Theater beim Theaterfest, was so alles an Technik genutzt wird, um am Ende eine faszinierende Inszenierung auf die Bühne zu bringen. Der Titel der Show war die Frage "Was ist Leben?". | © Barbara Franke

Bielefeld 10.000 Besucher stürmen das Bielefelder Theaterfest

Kostüm- und Technikverkauf sind Höhepunkte / "Freiheit" ist das Motto der neuen Spielzeit

Kurt Ehmke

Bielefeld. Nach den Ferien ins Theater: Das steht für Tausende Bielefelder wie in Stein gemeißelt im Kalender. Das Theaterfest, so erlebt es auch Sprecherin Nadine Brockmann, „ist längst ein liebgewonnener Pflichttermin". Gut 10.000 Menschen feierten am Samstag in eine Spielzeit, die mit dem Motto Freiheit wirbt – und das Thema auch gleich am Anfang mit Orwells „1984" bedient. Ein Thema, welches laut Brockmann gesucht wird, „nachdem der Spielplan steht"; in größerer Runde. Beim Fest nahmen sich die Gäste die Freiheit, überall auf Entdeckungsreise zu gehen. Dabei ging es künstlerisch zu; so bei „Regie für Minuten", bei „Rampensau", wo Zitate aus der Spielzeit von Gästen einstudiert wurden und bei „Maestro für Minuten". Aber auch die harten Fakten des Theaters wurden vermittelt. Intendant Michael Heicks selbst führte durch die Technikshow „Was ist Leben?" Heicks: „Um Kunst zu machen braucht es viel Technik – aber keiner will sie sehen, kein Schauspieler soll mit Helm auf-treten." Also: Sicherheit geht vor, aber bitte unsichtbar. So ist immer die Feuerwehr vor Ort, stehen Sicherheitskräfte in Seitenbereichen und arbeitet das Theater mit gut zehnfachen Sicherheiten – ein 90-Kilo-Mensch wird vom Seil mit 1.000 Kilo Tragkraft gehalten. Es gibt auch einen Maschinisten. Er bewegt Schwerlastzüge und auch das Podium, das um 3,5 Meter hochgefahren und 4 Meter absenkt werden kann. Heicks: „Er sitzt erhöht, er muss alles im Blick haben." Jede Gefahr muss frühzeitig erkannt werden, zu viel wiegt vieles am Theater. Dass das aber auch mal weg muss, weil es im Magazin zu viel Platz einnimmt, erlebten Besucher beim Technik-Flohmarkt: Telefonzelle für 90 Euro, Auto für 250, Nashorn für 80, beleuchtete Buchstaben für 30 – alles natürlich in XXL; und rasant ausverkauft. Auch beim Kostümverkauf stürzten sich die Besucher auf die kuriosesten Klamotten.

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