Eingezäunt: Seit 1974 steht das „Sphärische Raster“ von Morellet vor der Fachhochschule an der Kurt-Schumacher-Straße. Es zerfällt zusehends. - © Foto: Stefan Brams
Eingezäunt: Seit 1974 steht das „Sphärische Raster“ von Morellet vor der Fachhochschule an der Kurt-Schumacher-Straße. Es zerfällt zusehends. | © Foto: Stefan Brams

Kultur Leichte Bewegung in Sachen Morellet

Kunstwerk vor der FH: Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb will sich mit den zuständigen Ressorts in Düsseldorf über Sanierung und Neuaufstellung der Arbeit des französischen Künstlers verständigen. Von Skulpturengartenplänen aus der NW erfahren

Stefan Brams

Bielefeld. Die Morellet-Skulptur vor der alten und teilweise leerstehenden Fachhochschule an der Kurt-Schumacher-Straße soll in den Skulpturengarten der Kunsthalle umziehen und einen Platz in Höhe des neuen Forums Hermann Stenner erhalten. So die Idee von Kunsthallen-Direktor Friedrich Meschede und FH-Professor Andreas Beaugrand, der auch künstlerischer Leiter des Oerlinghauser Kunstvereins ist (die NW berichtete). Eine Idee, von der der Bau und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) als Eigentümer des Kunstwerks aus der Neuen Westfälischen erfahren habe, wie dessen Bielefelder Niederlassungsleiter Rolf Holler auf Nachfrage der NW jetzt mitteilte. "Die Frage der Neuverwendung ist nicht allein vom BLB zu entscheiden" Holler betont in seiner Stellungnahme zudem, dass der BLB mehrfach unterschiedliche Neuaufstellungen der Plastik mit der Fachhochschule und der Universität Bielefeld erörtert habe. Holler: „Ziel des BLB ist die Erhaltung und Wiederverwendung der Plastik, deswegen hat der BLB sie ja auch durch Einzäunen gesichert.“ Holler stellt zudem in seiner Mitteilung klar, dass die Frage der Wieder-/Neuverwendung von Kunstwerken, die an ihrem jetzigen Ort nicht mehr sinnvoll und zusammenhanglos geworden sind, nicht alleine durch den BLB zu entscheiden sei. „Eine Abstimmung zwischen den Ressorts für Bauen (baukulturelle Ziele des Landes NRW), Kultur (Zuschussgeber bei der Errichtung von neuen Kunstwerken) und dem Ministerium für Finanzen (Eigentümer) ist erforderlich und wird derzeit durch den BLB angestoßen“, teilt der Niederlassungsleiter mit. Aus diesem Grund könnten konkreten Fragen zur vorgeschlagenen Lösung für das Morellet-Werk an sich, zum zukünftigen Eigentum, zur Kostentragung der Sanierung und zu einer möglichen Terminschiene erst nach der Abstimmung beantwortet werden, betont Holler abschließend in seiner Stellungnahme. Wann dieser Prozess abgeschlossen sein wird, sagte er nicht. Wie berichtet hat der Aufsichtsrat der Kunsthalle bereits grünes Licht für eine mögliche Aufstellung des Morellet im Skulpturenpark gegeben. Meschede hatte dabei aber betont, dass die Kunsthalle nicht auf den Kosten sitzen bleiben dürfe und angeregt, dass der BLB das Werk als Schenkung der Stadt übertragen sollte. Mit der Aufstellung der Arbeit vor dem Forum Hermann Stenner könnte der Skulpturenpark von der Kunsthalle aus über die trennende Straße hinaus verlängert werden, betonte Meschede zudem. Die Sanierung des „Sphärischem Raster“, das seit 1974 vor der FH steht, würde nach ersten Schätzungen rund 100.000 Euro kosten. Wie berichtet ist die Arbeit in einem schlechten Zustand. Büsche und Bäume ragen durch die Streben hindurch, mehrere von ihnen sind abgebrochen.

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