Kultur Mittagsgespräche im Holzhaus: „Mehr für die Radler tun“

Lino Vinke ist stolz auf seine Heimatstadt und würde für Bielefeld mit dem Slogan „Grüne, geile Großstadt“ werben

Stefan Brams

Bielefeld. Bereits in seiner Mail hatte Lino Vinke sich bekannt und geschrieben: „Ich bin ein stolzer und heimatverbundener Bielefelder". Im Holzhaus beim Mittagsgespräch über das Thema Jungsein in Bielefeld legt der 20-Jährige, der in Brake geboren wurde, gleich nach: „Ich habe mich immer schon als Bielefelder gefühlt wahrscheinlich durch Arminia Bielefeld, der Club war von Anfang an meine große Leidenschaft." Aber auch das gesamte Umfeld sei hier einfach toll. Dann zählt der leidenschaftliche Fußballer und Musiker, der in diesem Jahr sein Abitur am OS abgelegt hat, die Vorzüge der Stadt auf und vieles klingt bekannt: das viele Grün und der trotzdem großstädtische Charakter der Stadt, die Szene-Viertel, insbesondere der Westen, die Clubs, die Kneipen wie zum Beispiel die Strandbar „Santa Maria" auf dem Parkhaus an der Jöllenbecker Straße („mein absoluter Lieblingsort"). Das alles habe viel Flair, da fühlten sich junge Erwachsene wie er einfach wohl. Da sei Bielefeld einfach stark und werde sicher noch mehr aus sich machen. Gespannt sei er auch auf das „Loom", an das er große Erwartungen habe. Eine Rückkehr in seine Heimatstadt schließt er nicht aus Dennoch will Vinke, der ab September ein freiwilliges soziales Jahr im Bunker Ulmenwall absolvieren wird, hinaus in die Welt. Nach Hamburg oder Berlin soll es gehen – zum Studium. „Aber auch weil ich doch noch mehr großstädtisches Leben kennenlernen möchte, als es Bielefeld letztendlich zu bieten hat", sagt Vinke der beim TuS Eintracht Bielefeld Fußball spielt. Eine Rückkehr in seine Heimatstadt schließt er nicht aus. „Aber wer weiß schon, wie sich bei mir in den nächsten Jahren alles so entwickelt." Im Kulturbereich schätzt Vinke, der seine ersten musikalischen Auftritte im Bunker hatte, das Campus-Festival, die Nachtansichten, „den Bunker natürlich" und den Carnival der Kulturen. Über das kulturelle Angebot sagt er: „Wir haben hier alles, aber ich muss sagen, es zieht mich nicht überall hin." Offen räumt er ein, dass er und sein Freundeskreis vom Theater und der Kunsthalle eher nicht angelockt würden. „Das Programm sei bestimmt gut, aber es fehle an Werbung, die uns anspricht und überzeugt." Er habe den Eindruck, die Häuser drängen mit ihren Angeboten nicht zu ihnen durch. In die Oetkerhalle gingen sie schon eher, weil dort abseits der Klassik auch ein breites Programm geboten würde. Eine Anregung hat Vinke, der sich auch gegen Rechts engagiert und für ein buntes Bielefeld eintritt, in Richtung Stadt: „Junge Menschen sind viel mit Fahrrädern unterwegs und was die Radwege angeht, da hat Bielefeld immer noch Nachholbedarf." Oft fehlten geeignete Wege oder vorhandene seien in einem schlechten Zustand. „Das wurmt mich richtig, dass wir hinter Münster herhinken." Und auch mehr öffentliche Plätze, auf denen die Menschen Sport treiben können, hält Finke wie schon die ersten beiden Gesprächspartner im Holzhaus für eine Bereicherung der Stadt. Von zentraler Bedeutung für Bielefelds Entwicklung sei die Uni, ist sich Vinke sicher. „Sie ist der Motor für den Zuzug junger Menschen in unsere Stadt." Er finde es toll, „dass sie so umfassend saniert wird und jetzt schon ein echtes Campusfeeling entstanden ist". Zum Schluss des Gesprächs präsentiert Vinke, der auf einen Aufstieg seiner Arminia hofft, noch seinen Slogan für Bielefeld: „Grüne, geile Großstadt" so würde er für seine Heimatstadt werben. Warum? „Weil Bielefeld eben genauso ist."

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