Mauritius Friedliches Inselparadies

Bonjour und herzlich willkommen im Paradies. Der Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans ist für Urlauber ein wahr gewordener Traum. Außerdem lehrt er, wie unkompliziert ein friedliches Miteinander sein kann

Bettina Häger-Teichmann

Schon allein der Name zergeht auf der Zunge: M a u-
r i t i u s. Man stellt sich sofort türkisfarbenes Meer, lange Sandstrände, tropische Vegetation, viel Artenreichtum und Luxusurlaub vor. Und alles stimmt! Es gibt wunderbare Strände und die Insel ist reich an Pflanzen, Blumen, Bergen und Zuckerrohrfeldern. Aber das, was Mauritius wirklich ausmacht, sind die Menschen, das Miteinander und friedliche Zusammenleben der verschiedenen Kulturen. Wir wohnen im Nordwesten der Insel, in Balaclava. Von hier kann man die 64 Kilometer lange und 47 Kilometer breite Insel ideal erkunden. Vor allem die Nähe zum prosperierenden Städtchen Grand Baie gefällt uns, in dem man gemütlich schlendern, in den Bars und Restaurants etwas trinken und auch gut einkaufen kann. Zum Beispiel T-Shirts, Pareos oder überhaupt Kleidung, denn direkt an zweiter Stelle steht als wichtigster Devisenbringer der Insel die Textilindustrie. An erster Stelle, und das bemerkt man bereits, wenn man vom Flughafen Richtung Norden fährt, steht das Zuckerrohr. Exportiert wird es in alle Welt. 40.000 Mauritier haben dadurch eine feste Arbeit. An dritter Stelle steht der Tourismus. Über eine Million Gäste besuchen die Perle im Indischen Ozean jedes Jahr. Wir haben uns ein Taxi mit Fahrer gebucht, um entspannt die Insel zu entdecken und um uns auch den ein oder anderen Geheimtipp zeigen zu lassen. Morgens um 9 Uhr steht Ashwin pünktlich vor dem Maritim Hotel. Ashwin ist Hindu und wie erhofft, erzählt er uns während des ganzen Tages viel von seiner Insel, von seinen Leuten und dem Leben im Paradies. Auf Mauritius leben rund 1,2 Millionen Menschen auf kleinstem Raum zusammen. Darunter finden sich alle großen Weltreligionen, alle Hautfarben und Kulturen. Im 17. und 18. Jahrhundert benötigten die europäischen Siedler für ihre Ländereien viele Arbeitskräfte und die holten sie sich aus Afrika. Nachdem die Sklaven 1833 befreit waren, mussten neue Arbeitskräfte her. Die wurden zahlreich aus Indien angeheuert. Unter menschenunwürdigen Verhältnissen wurden sie, wie auch die schwarzen Sklaven zuvor, auf den Plantagen ausgebeutet. In der Nähe zur Kirche Saint Francois d’Assise in Pamplemousses, im Norden der Insel, befindet sich der einzige Sklavenfriedhof der Insel. Ein Antrag bei der UNESCO soll ihn in die Liste des Weltkulturerbes aufnehmen, damit das dunkle Kapitel der Insel nicht in Vergessenheit gerät. Heute leben Hindus, Moslems, Buddhisten und Taoisten sowie Christen auf der Trauminsel in friedlicher Nachbarschaft. Ihre gemeinsame Sprache ist Kreolisch. Französisch spricht auch fast jeder Einheimische. Offizielle Amtssprache ist Englisch, das auch an den Schulen gelehrt wird. Ashwin erzählt uns während der Fahrt von seiner bevorstehenden Hochzeit und dass es ein bisschen Liebe und ein bisschen Wille der Eltern ist, dass beide heiraten. Sogar über Politik spricht er mit uns. Wir erfahren einiges über das mauritische Sozialsystem, zum Beispiel dass jeder, der arbeiten kann, auch arbeiten muss – Arbeit gibt es zum Glück reichlich. Und dass alle anderen, die zu alt oder gehandicapt sind, monatliche Beträge vom Staat bekommen. Auch zum Thema Naturschutz erfahren wir von ihm, dass die mauritische Regierung einen Leitfaden verfasst hat und man bereits 1990 begonnen hat, Schutzzonen zu errichten, wie den Nationalpark im Südwesten der Insel, der ein großes Stück Regenwald bewahrt. Ashwin bringt uns zu den Alexandra-Falls. Der Wasserfall bietet einen schönen Blick hinab in die Schlucht des Black River. Weiter geht es zum Mittagessen ins charmante und noch sehr ursprüngliche Dorf Chamarel. Auch wenn scheinbar alle Fahrer ihre Gäste in das Dorf bringen, ist es noch authentisch und das kreolische Curry-Gericht hervorragend. Danach stehen die „Terres de Couleur", die farbige Erde, sowie der Wasserfall von Chamarel auf unserem Ausflugsprogramm. Sehr beeindruckend ist das Grand Bassin, der heilige See der Hindus. Hier befinden sich zahlreiche Tempel und die Gläubigen beten dort zu den jeweiligen Göttern. Gott Shiva, seine Frau Parvati, ihr Sohn Ganesha und viele weitere sind überall zu finden und bekommen zahlreiche Opfergaben dargeboten, die vorwiegend aus Obst und Räucherstäbchen bestehen. Entlang der Küste geht es gegen Abend wieder zurück zum Hotel. Mietwagen sind übrigens gar nicht so teuer, aber der ungewohnte Linksverkehr und die teilweise doch kleinen Ortsschilder machen eine Fahrt mit dem Taxi komfortabler und entspannter. Für die nächsten zwei Tage nehmen wir uns vor, das Sportprogramm des Hotels auszuprobieren. Besonders angetan hat es uns die Wasserski-Anlage. Nachmittags leihen wir uns ein Kanu und schippern gemütlich den Fluss Citron rauf und runter. Auch ein Ausritt am Strand ist unvergesslich. Die 25 Hektar große Maritim Hotel-Anlage verfügt über einen eigenen Reitstall. Direkt am Stall befindet sich auch das Gehege der Schildkröten. Einige von ihnen sind bereits an die 200 Jahre alt. Herrlich entspannen kann man im weitläufigen SPA-Bereich. Am letzten Abend gönnen wir uns einen krönenden Abschluss unseres Mauritius-Aufenthaltes: Wir haben einen Tisch im Gourmet-Restaurant „Château Mon Desir" reserviert. Chef de Cuisine Rakesh Munoruth serviert uns regionale Köstlichkeiten kombiniert mit internationalen Einflüssen und seinen kreativen Ideen.

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