Auch fürs Auge ein Genuss: Die bayerische Landeshauptstadt bietet ein unvergleichliches Panorama. - © picture alliance / Felix Hörhager
Auch fürs Auge ein Genuss: Die bayerische Landeshauptstadt bietet ein unvergleichliches Panorama. | © picture alliance / Felix Hörhager

Gewinnspiel Kulinarische Entdeckungstour

Von Früchten über Kaffee bis Whisky: In und um München wartet so manche Gaumenfreude auf hungrige Reisende. Die prachtvolle Kulisse Bayerns ist dabei schon fast Nebensache

Bettina Häger-Teichmann

Alles fing mit dem Whisky an: Sanft goldbraun schimmert er im Glas. Mild fließt er die Kehle hinunter. Wir sind mehr als erstaunt, dass sich die köstliche Flüssigkeit als Bayerischer Single Malt Whisky herausstellt. Whisky aus Bayern? Nie vorher gehört. Aber der Whisky mit dem Namen SLYRS (sprich: Schliers) überzeugt auf der ganzen Linie und wir wollen mehr darüber wissen. Von unserem Hotel aus, dem zentral gelegenen GHOTEL hotel & living München-City, begeben wir uns zum Schliersee, wo der Hauptsitz des Unternehmens ist, der Whisky hergestellt wird und von dem er seinen Namen hat. Hans Kemenater, Destillateurmeister bei SLYRS und ein engagierter sympathischer Mann, nimmt uns mit auf Entdeckungsreise. Er erzählt uns die unglaubliche Geschichte, die sich hinter der Erfolgsgeschichte des Bayerischen Whiskys verbirgt. Alles begann 1994 mit einer Wette. In diesem Jahr unternahm Braumeister Florian Stetter mit Meisterkollegen eine Studienreise nach Schottland. Er entdeckte während dieser Reise in der Region Speyside sowie auch in anderen schottischen Landstrichen sehr viele Ähnlichkeiten mit seiner Heimat Oberbayern: Tannenwälder, Berge, klare Seen, rauschende Flüsse und herrlich reine Luft. Dazu kam die bisweilen herausfordernde Sturheit der Schotten, die ihm sehr bayerisch vorkam. Außerdem ein schwierig auszusprechendes Idiom und ein ausgeprägter Hang zur Freistaaterei. Selbst die schottische Nationaltracht Kilt, war von der Idee her sehr gut mit der bayerischen Lederhose vergleichbar. So viel schottisch-bayerisches Crossover sowie seine Besuche in den weltberühmten Destillerien der Speyside-Region inspirierten den kreativen Braumeister Stetter, einen bayerischen Single Malt Whisky herzustellen. Er wettete mit seinen Kollegen um einen Kasten Weißbier, dass man auch in Bayern erstklassigen Whisky brennen kann – und wie man sehen und schmecken kann – und gewann. Umgehend fing Florian Stetter an, seine Vision in die Tat umzusetzen. In Miesbach, in der Brauerei Hopf, fing er an, seine erste Whisky-Maische herzustellen. Und schon wenig später wurde in der elterlichen Destillerie Lantenhammer der erste bayerische Whisky gebrannt. Der bayerische Whisky SLYRS begeisterte sofort alle, die ihn probierten. Aus der Idee beziehungsweise der Wette wurde schnell eine begehrte Whisky-Marke. Seit Mitte 2007 erfolgt der komplette Herstellungsprozess, von der Anlieferung des Gerstenmalzes bis zur Fassreifung des Whiskys, in der neu errichteten SLYRS Whisky-Destillerie in Neuhaus am Schliersee. Auch die Whisky-Maische wird seitdem im eigenen Haus produziert. Wer sich das alles anschauen möchte, kann einen Besuchstermin vereinbaren. Hans Kemenater führt interessierte Besucher gern herum und erklärt alles Wissenswerte zum Herstellungsverfahren, zur Verarbeitung, zur Destillation und zur Lagerung. Probieren und bestellen kann man die verschiedenen Whisky auch. Durch das Whisky-Menü auf den Geschmack gekommen, machen wir uns auf die Suche nach weiteren nicht so bekannten kulinarischen Geheimtipps in München. Von der sympathischen Stadtführerin Heid Karch erfahren wir, dass eine frühere Papiermühle, die anschließend zur Getreidemühle umgebaut wurde, heute die Kaffeerösterei Caffé Fausto beherbergt. Die Rösterei röstet die Bohnen frisch und hat auch direkt nebenan ein hübsches Café, das neben der Auswahl an frisch gerösteten Kaffees auch Kuchen und andere Leckereien serviert. Der Chef von Caffé Fausto, Klaus Wildmoser, zeigt uns sein beeindruckendes Reich. Als einer der ersten hat er vor zwölf Jahren mit dem Kaffeerösten in München angefangen. Davor gab es nur Großröstereien wie zum Beispiel Dallmeier. Mittlerweile versuchen rund 25 Röstereien in München und Umgebung mit dem Kaffeerösten zu überleben und sich mit besonderer Qualität gegenüber den Großen zu behaupten. Bei Caffé Fausto wird ausschließlich hochwertiger Rohkaffee verwendet, erklärt uns Klaus Wildmoser. Der Kaffee wird mit viel Geduld und Liebe geröstet und das ist garantiert schmeckbar. Die mengenmäßig wichtigsten Anbauländer sind heute Brasilien und Vietnam. Für die Herstellung von Spezialitätenkaffees werden bei Caffé Fausto nur von Hand gepflückte und ausgewählte Rohkaffees von bestimmten Bauern oder Genossenschaften verwendet. Neben der Art der Röstung entscheidet die Herkunft des Rohkaffees über den Geschmack. Innerhalb der Länder und innerhalb der Anbaugebiete gibt es deutliche Unterschiede im Geschmack. Die Kunst des Röstmeisters ist es, aus diesen verschiedenen Provenienzen einen optimalen Kaffee zusammenzustellen. Klaus Wildmoser erzählt uns: „Handwerklich hergestellter Kaffee wird in relativ kleinen Chargen langsam und schonend geröstet. Jede Bohne hat ihr eigenes optimales Röstprofil in Bezug auf die Zeit und den Temperaturverlauf. Deshalb rösten wir jede Sorte separat und mischen nach dem Rösten nach der von uns entwickelten Rezeptur." Den frisch gerösteten Kaffee lassen wir uns im nebenan liegenden gemütlichen Café gleich mit einem Stück Kuchen schmecken. Am Ende unserer kulinarischen Entdeckungsreise in Bayern entscheiden wir uns noch für einen Besuch auf dem bekannten Viktualienmarkt. Ein überbordendes Angebot an frischen Früchten, verschiedenen Käse-, Wurst- und Brotsorten erwartet uns. Wir probieren hier und da und sind überwältigt von der Vielfalt und der Qualität.

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