Ausgebremst: Eine Schafherde sorgt für einen Fotostopp während der Abenteuertour durch die isländischen Weiten. - © Peter Gebhard
Ausgebremst: Eine Schafherde sorgt für einen Fotostopp während der Abenteuertour durch die isländischen Weiten. | © Peter Gebhard

Paderborn Fotograf Peter Gebhard von Island zurück

10.000-Kilometer-Tour: Der Paderborner Fotograf Peter Gebhard hat spannende Geschichten, Fotos und Filme von der Vulkaninsel im Nordatlantik mitgebracht

Dirk-Ulrich Brüggemann

Paderborn. Mehr als 10.000 Kilometer hat Peter Gebhard aus Paderborn auf Island mit seinem treuen Begleiter „Erwin" zurückgelegt. „Erwin" ist ein kultiger rot-weißer VW-Bulli, ein T1-Brasil-Bus mit 44 PS aus dem Jahr 1974. Fünf Monate haben sich der Paderborner, sein Assistent Daniel Fort aus Bielefeld und Bulli „Erwin" auf der Vulkaninsel im Nordatlantik aufgehalten. „Und wir haben viele coole Bilder, Filme und Geschichten mitgebracht", schwärmt der Buchautor und Profifotograf. Die Insel aus Feuer und Eis begeistert Gebhard schon seit 1984, als er vor seinem Fotografie-Studium in Bielefeld zum ersten Mal nach Island reiste. Inzwischen sind daraus 34 Reisen geworden, in deren Verlauf auch drei Bildbände über Island entstanden. „Erwin" hat die Tour auch gut überstanden. Natürlich gibt es an einem 43 Jahren alten Auto immer wieder eine Panne, erzählt Gebhard. So ist bereits in der ersten Woche der Schaltknüppel des alten T1 abgebrochen. „Plötzlich hatte ich das Ding in der Hand", sagt er. Er erinnerte sich an Palli, einen isländischen Schrauber, den er während seiner Abenteuer-Tour kennen gelernt hatte. Es war 10 Uhr abends, jedoch taghell. Der Mechaniker kam tatsächlich noch vor Mitternacht, fixierte vor Ort das Getriebe im dritten Gang und dann ging es 50 Kilometer ins nächste Dorf bis zu dessen Werkstatt, wo Palli am nächsten Morgen den Schaltknüppel wieder anschweißte. Manchmal haben Gebhard und Fort auch im Zelt irgendwo in der Wildnis übernachtet. Platz im Bulli war zum Schlafen nicht mehr, erzählt der Diplom-Designer, der 1991 in Bielefeld seinen Abschluss an der Fachhochschule im Bereich Fotografie gemacht hat. „Die Foto-Ausrüstung, Lebensmittel und die Koffer für die Foto-Drohnen belegten fast den gesamten Innenraum. Also blieb eigentlich nur das Zelt", berichtet Gebhard. Auf einer Piste mitten in der Lavawüste riss eines Tages der Gaszug. Die beiden Fotografen hatten glücklicherweise einen Ersatz-Zug mit. Bis zur Werkstatt war Improvisation angesagt: Sie fädelten den Gaszug am Vergaser ein, führten das Seil durch die Heckklappe und konnten so ihre Fahrt bis zur 80 Kilometer entfernten Werkstatt fortsetzen. „Der Bulli ist ein Türöffner", erklärt Gebhard. Unterwegs auf Island gab es unzählige spannende Begegnungen: Mit einem Isländer, der 30 Jahre in Deutschland lebte und seinen alten T2-Bulli von dort in seine Heimat brachte, einem ehemaliges Fotomodel, das nun Schafe züchtet, einem seit einem Verkehrsunfall querschnittsgelähmten Bauern, der im Rollstuhl weiter seine entlegene Farm leitet. Nach einer Nachrecherche-Reise im Frühsommer 2018 wird Peter Gebhard daraus wieder eine spannende Live-Reportage über seine Island-Reise. Ab Oktober 2018 wird er damit auf Tour gehen und viele tolle Geschichten vom „Bulli im Nordlicht" erzählen. Zur Zeit ist er deutschlandweit unterwegs mit seinem Vortrag über seine einzigartige Bulli-Reise durch Europa, die ihn von Istanbul ans Nordkap geführt hat.

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