Die Stadt der Liebe: Auch wer nur wenig Zeit mitbringt, kann in Paris viel erleben. - © iStock
Die Stadt der Liebe: Auch wer nur wenig Zeit mitbringt, kann in Paris viel erleben. | © iStock

Frankreich 24 Stunden in Paris

In nur einem Tag eine Weltstadt wie Paris besichtigen? Mit guter Planung und guter Laune geht das einwandfrei, da bleibt sogar noch Zeit für einen Café

Sandra Ehegartner

Städte-Wochenenden zählen schon zum Standardprogramm des modernen Globetrotters. Was aber tun, wenn dafür nur 24 Stunden (oder noch weniger) zur Verfügung stehen? Ganz einfach: Gute Planung, gute Schuhe, gute Laune. Wir zeigen, wie erlebnisreich 24 Stunden in Paris sein können: 12 Uhr: Der perfekte Einstieg ins Pariser Leben gelingt mit einem Mittagessen, pardon, einem Déjeuner im stylischen Café Marly. Unter den Arkaden des Louvre bei einer Quiche und einem Glas Wein wetteifern die berühmte Glaspyramide mit den modelmäßigen Bedienungen, die lässig in Vierzehn-Zentimeter-Stilettos unter den Arkaden auf und ab laufen, um die Bewunderung der Gäste. Vor dem Louvre muss es halt ein wenig schicker sein. Wer wenig Zeit hat, der schaut sich mit einem online gebuchten Eintrittsticket zumindest die weltberühmten Highlights wie die Mona Lisa, Venus von Milo und die Statue von Ramses II im Louvre-Museum an. Noch Eiligere werfen im hinteren Teil des Café Marly einen Blick direkt in die Statuenhalle des Museums. Besser als gar nichts ist das allemal. 14 Uhr: Kleine Tricks müssen bei einem Powerbesuch ohne Führer erlaubt sein und so geht es am Place du Carrousel direkt in den Hop-on-Hop-off-Bus. Aufhüpfen, hinsetzen, Kopfhörer auf – los geht’s. In eineinhalb Stunden können ehrgeizige Parisbesucher zumindest einen Überblick über die Stadt bekommen. Notre-Dame, Musée d’Orsay, Place de la Concorde sind nur ein paar der Highlights. Auf der linken Seineseite schaukelt der Bus am Quartier Latin und Saint Germain vorbei. Lachen und Gesprächsfetzen dringen aus den zahlreichen Bars und Restaurants auf das Oberdeck des Busses. Auf den Champs-Èlysées locken warenhausgroße Luxusgeschäfte wie Louis Vuitton, Tiffany und Chanel. Vielleicht gar nicht so schlecht, dass die Zeit knapp bemessen ist. 16 Uhr: In der Stadt der Mode ist ein Bummel durch die Grands Magazins am Boulevard Haussmann ein Muss für Fashionistas. Da ist es praktisch, dass bei der Tour nach Herzenslust aus- und zugestiegen werden kann. Also nichts wie rein ins Luxuskaufhaus „Printemps". Zuerst geht’s hinauf zur legendären Jugendstilkuppel und einem Espresso an der Bar. So gestärkt ist der Weg nach unten vorbei an all den fantasievoll dekorierten Waren ein einziger Rausch für die Sinne. Schnell wird klar, warum Émile Zola die ersten Kaufhäuser in Paris als „Das Paradies der Damen" bezeichnet hat. Das Paradies ist weitläufig; ein paar Meter weiter warten die „Galeries Lafayettes" ähnlich großartig und sinnesfreudig, dazu noch mit einer traumhaften Dachterrasse und gemütlichen Loungemöbeln. Ohne großes Gerüttel gibt’s dort das 360 Grad-Panorama, den Blick auf den Eiffelturm und die vergoldete Opéra Garnier. 18 Uhr: Im „Café de la Paix" gegenüber der Oper kostet ein durchschnittlicher Aperitif 15 Euro. Authentischer und günstiger geht’s am Marché de St-Honoré ein paar hundert Meter weiter zu. Im „Le Rubis" lassen Angestellte aus den umliegenden Büros bei einem Bier oder Glas Rotwein an den großen Weinfässern ihren Arbeitstag ausklingen. Nebenan bietet der Fischhändler Austern und gebratene Garnelen an, Wortfetzen und Lachen schwingen in der Luft, so lässt es sich leben. Und weil nach all den Abgasen ein bisschen frische Luft und Grünes schön ist, gibt’s zum Abschluss einen Bummel durch den Jardin des Tuileries. Dort trifft man auf Grüppchen von Boule-Spielern, verliebte Pärchen auf pistazienfarbenen Eisenstühlen und unter den Arm geklemmte Baguettes – Paris präsentiert sich wie aus dem Bilderbuch. 20 Uhr: Zum Abendessen bietet die Stadt der Gourmets eine riesige Auswahl an Bistros und Restaurants. Gleich mehrere Klassiker wie die Brasserie Lipp, das Café Flore und das Les Deux Magots locken beispielsweise in Saint Germain. Egal wo getafelt wird, der Absacker in der Bar du Marché in der Rue du Seine unter der rot-weiß gestreiften Markise ist ein Muss. Wenn dann noch Straßenmusiker vor der Bar spielen und am Nebentisch laut und fröhlich geplaudert wird, fühlt man sich fast wie ein waschechter Pariser. Wer dann noch Lust auf romantische Momente hat, geht hinunter zur Seine und lässt sich vom Rauschen des Flusses betören. Flüsse sind eh überall gleich? Dann ab ins Quartier Latin oder auf den Boulevard St. Germain. Einfach treiben lassen oder erneut auf einem der Korb- oder Eisenstühle vor den Cafés und Restaurants Platz nehmen und genießen. 8 Uhr: Frühmorgens, wenn erst wenige Touristen unterwegs sind, ist es auf Montmartre am schönsten. Der Blick von den Stufen von Sacré-Cœur auf die darunter liegende Stadt im Morgendunst macht selbst gestandene Städteprofis sprachlos. Auf der Place du Tetre, dem Platz hinter der Kirche bauen Maler und Scherenschnitt-Künstler ihre Utensilien und Werke auf. Der Geruch von Ölfarbe vermischt sich mit dem Duft der Cafés au Lait aus den Restaurants um den Platz, ein leichter Wind lässt die hellgrünen Blätter der Platanen rascheln, Paris ist wahrlich ein Fest für’s Leben. Noch ein Tipp: Ein paar Schritte hinter der Place du Tetre liegt ein zauberhaftes Viertel mit schmalen, kopfsteingepflasterten Gassen, in dem es sich wunderbar herumschlendern lässt. 10 Uhr: Zu einem späten Frühstück geht’s in die Rue Montorgueil. Von den gemütlichen Korbstühlen des Café du Centre haben Croissantgenießer einen guten Ausblick auf die belebte Einkaufsstraße und ein bisschen Zeit zum Verschnaufen. Da es in der Rue Montorgueil vor allem Lebensmittel zu kaufen gibt, ist die Gelegenheit günstig, das Pariser Alltagsleben zu studieren. Zum Abschluss der Stippvisite darf natürlich ein Besuch im Trendviertel Marais nicht fehlen. Die zahlreichen kleinen Geschäfte laden zum Stöbern ein, und wer sich vor der Abreise noch stärken möchte, genießt in der Rue des Rosiers eine der berühmten Falafel des Marais.

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