Bilderbuchpanorama: Von der Wendelinskapelle führt ein Wanderweg zu den imposanten Scheidegger Wasserfällen. - © Wolfgang Kleiner
Bilderbuchpanorama: Von der Wendelinskapelle führt ein Wanderweg zu den imposanten Scheidegger Wasserfällen. | © Wolfgang Kleiner

Gewinnspiel Wandern mit Weitblick

Tosende Wasserfälle und leise plätschernde Bäche, tiefe Schluchten und bizarre Felsformationen: Rund um Scheidegg im Allgäu warten auf Wanderer zahlreiche besondere Naturschauspiele

Schritt für Schritt geht es auf die Kanisfluh, auf den Hirschberg oder auf den Pfänder – wer auf lichten Wegen mit Weitblick bis in den Herbst hinein wandern möchte, ist in Scheidegg richtig. Auf einem sonnigen Hochplateau liegt das Westallgäuer Urlaubsdomizil, das wiederholt der sonnigste Ort in Bayern und in Deutschland war. Mit Themenwanderungen für ungeübte Berggeher, für Wanderer, die kleine Herausforderungen suchen, sowie für Familien finden vom 29. September bis 14. Oktober die „Westallgäuer Wanderwochen" statt. Wer möchte, begleitet den traditionellen Wendelinsritt, eine Reiterprozession am 8. Oktober. „Rauf und Runter" ist als Erlebnis für die ganze Familie gedacht, denn Scheidegg liegt oberhalb des Bodensees. In die kurzweilige Tour gehören eine gemütliche Wanderung, eine Schifffahrt, eine Bergfahrt auf den Pfänder und eine Busfahrt. Geübte Bergfexen starten etwa morgens in Scheidegg mit Blick auf die Kanisfluh in der Bregenzer Bergwelt. Um auf ihren Gipfel mit 2.044 Metern zu kommen, ist man vier Stunden unterwegs und davon dauert der anspruchsvolle Anstieg zweieinhalb Stunden. Im Programm stehen aber auch kurzweilige Spaziergänge, eine Wanderung durch Obstplantagen oberhalb des Bodensees, eine Sonnenuntergangstour zwischen Pfänder und Bregenz oder eine Fackelwanderung rund um Scheidegg. Begleitet werden die täglichen Wanderungen von ausgebildeten Tourenleitern des Alpenvereins Scheidegg mit maximal acht Teilnehmern bei den Bergtouren. Wenn sich morgens der Bodensee noch unter einer dichten Nebeldecke versteckt, lacht in der Allgäuer Gemeinde die Sonne. Die Luft ist klar und rein auf bis zu 1.000 Meter über dem Meeresspiegel. Von der Hochebene schweift der kilometerweite Blick auf malerische Gipfel – im Süden thronen die Zweitausender Kanisfluh und Mittagsspitze. Scheidegg war wiederholt der sonnigste Ort Bayerns und Deutschlands. Gesund ist es obendrein! Als Heilklimatischer Kurort und Kneippkurort darf sich Scheidegg gleich zweimal mit dem Prädikat „Premium-Class" schmücken. Ganz im Sinne Kneipps können gesundheitsbewusste Menschen wandern und Wassertreten. Der kleine Allgäuer Ort ist gut erreichbar von Lindau und Wangen aus, ist aber dennoch ein Geheimtipp, um fernab vom Sommertrubel Bergluft zu schnuppern. Urig ist die Forster Einkehr oberhalb der ökumenischen Hubertuskapelle. Der Wirt wird unterstützt von seinem Pagagei. Der Blick recht weit bis ins gewaltige Alpenpanorama des Dreiländerecks Deutschland, Schweiz und Österreich. Nur wenige Meter entfernt lohnt ein Stopp im Alpenfreibad. Das mit Quellwasser gespeiste Naturbecken bietet Schwimmern ausreichend Platz und die beheizbaren Kinderbecken mit Rutsche garantieren auch den Kleinsten viel Spaß. Ein außergewöhnliches Naturerlebnis bietet der „Skywalk Allgäu Naturerlebnispfad". Der barrierefrei begehbare Baumwipfelpfad gehört zu den höchsten Deutschlands und führt die Besucher vom Boden weg zwischen Bäumen hindurch bis auf eine Höhe von etwa 40 Metern – mitten hinein in die Baumkronen von über 34 Baumarten – für Kinder ein spannendes Erlebnis. Lehrreich und so gar nicht langweilig ist der Marsch zu den Scheidegger Wasserfällen. Sie zählen zu den schönsten Geotopen Bayerns. Gleich zwei Bäche stürzen hier über mächtige Gesteinsmauern 22 und 18 Meter in die Tiefe. Hier lädt auch der Reptilienzoo zum Besuch. Er hält so einige Sensationen für große und kleine Besucher bereit. Im vergangenen Sommer ist eine zweiköpfige Klapperschlange zur Welt gekommen. Sie gehört zu der seltenen Gattung der mexikanischen Schwarzschwanzklapperschlange (Crotalus molossus oaxacus). „Vermutlich ist es die einzige dokumentierte zweiköpfige Vertreterin ihrer Art weltweit", sagt Udo Hagen, Leiter des Reptilienzoos. Am Ortsausgang in Richtung Weiler kommen Autofahrer und Radler unweigerlich bei der Käserei Böserscheidegg vorbei, 1896 wurde sie als Dorfkäserei gegründet. Hier wird produziert und verkauft – eine Genossenschaft, die von zwölf Bauern genau so gewollt ist. Morgens liefern die Bauern ihre Milch an – danach wird die frische Kuhmilch „dickgelegt", in Form gebracht und in Salzlake gebadet. Erst mit diesem Käse, der oft monatelang in den Regalen reift, lassen sich die für die Region typischen Kässpätzle zubereiten. Wer das Geheimnis dieser Allgäuer Spezialität lüften möchte, kann an einem Kochkurs teilnehmen, den die Gemeinde regelmäßig anbietet. Weitere Informationen unter www.scheidegg.de

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