Ausflugsziel: Der Prinzipalmarkt ist ein beliebter Straßenzug in Münster. Von Bielefeld aus ist er mit der Bahn gut zu erreichen. - © Ingo Kalischek
Ausflugsziel: Der Prinzipalmarkt ist ein beliebter Straßenzug in Münster. Von Bielefeld aus ist er mit der Bahn gut zu erreichen. | © Ingo Kalischek

NRW So läuft ein Kurztrip mit dem neuen Westfalenticket

Seit August gilt der Westfalentarif: Die Redaktion hat getestet, was sich für Reisende am Fahrkartenautomat ändert, wie der Übergang von Bahn zu Bus klappt und wieviel Geld man spart

Ingo Kalischek

Bielefeld/Münster. Das neue Westfalenticket macht das Bus- und Bahnfahren in NRW einfacher und günstiger – zumindest ist das der Plan. Doch wo und wie kann ich das Ticket ziehen? Darf ich damit auch den Bus nutzen und was kostet mich all das? Das will ich testen, auf einem Kurztrip von Bielefeld nach Münster. Ich stehe am Bielefelder Hauptbahnhof an einem Ticketautomaten. Das tue ich sonst nie. Als Student konnte ich in der Vergangenheit mit meinem Semesterticket quer durch NRW fahren. Das geht jetzt nicht mehr; ich muss mir ein Ticket ziehen – Erfahrung habe ich darin nicht. Das macht aber nichts, denn: Das Ticketziehen ist leichter als erwartet. Mitten auf dem Startbildschirm des Automaten erscheint das neue Logo des Westfalentarifs. Ich klicke drauf – und acht Fingerberührungen später fällt das Ticket in die Automatenklappe. 1 Minute und 48 Sekunden hat das gedauert. Die Schritte sind selbsterklärend: Ziel eingeben, ,„M" wie Münster, dann den genauen Zielort wie Bahnhof, Ticketart wählen – Zahlung. Das bekommt jeder hin. Dass ich kaum Bargeld dabei habe, ist nicht schlimm: Ich kann mit Karte zahlen: 22,40 Euro. Jetzt steht der Fahrt nach Münster eigentlich nichts mehr im Wege. Gang zum Infostand Doch meine Erleichterung weicht schnell. Denn jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich die genaue Zugverbindung gar nicht kenne. Welchen Zug muss ich nehmen? Wann fährt er auf welchem Gleis ab? Das steht auf dem Ticket nicht drauf – ich gehe also an den Infostand der Deutschen Bahn und frage einen Mitarbeiter. Wenig später sitze ich im Zug. Nach einer Stunde komme ich in Hamm an, hier muss ich umsteigen. Am Bahnhof frage ich einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn, wie das Westfalenticket so angenommen wird. „Viele Leute sagen mir, dass es mit dem Westfalentarif einfacher und schneller geht", sagt der Mann. Dennoch gebe es viele Nachfragen, meistens von älteren und ausländischen Reisenden. Im Zug nach Münster frage ich ein paar Reisende, wie ihnen das neue Ticket gefällt – und stoße auf fragende Blicke. Die Befragten haben von dem Westfalenticket bislang noch nichts gehört – und entsprechend keine Meinung. Nach zwei Stunden komme ich am Bahnhof in Münster an. "Das reicht nicht" Von hier aus will ich mit dem Bus zum bekannten Prinzipalmarkt fahren. Das ist mit dem gebuchten Zugticket problemlos möglich. Vorzeigen, fertig. Auch das klappt gut. Am Nachmittag will ich die Heimreise antreten. Ich habe gehört, dass ich mit dem Westfalenticket auch gleichzeitig schon die Rückfahrt gebucht habe. Ein Bahn-Mitarbeiter belehrt mich aber eines Besseren: „Sie haben ja nur ein Einzelticket gebucht. Das reicht nicht", sagt er mir. Mein Fehler: Ich hätte morgens in Bielefeld am Schalter beim Unterpunkt „Ticketart" ein 9 Uhr-Tagesticket buchen müssen. Das enthält Hin- und Rückfahrt – und hätte mich mit 29 Euro nur 6,60 Euro mehr gekostet. Das wusste ich vorher nicht, und auch am Schalter hatte ich davon nichts gelesen. So aber muss ich erneut ein Einzelticket für nochmals 22,40 Euro buchen. Mein spontaner Kurztrip hat mir gezeigt: Das Westfalenticket ist einfach am Automaten zu buchen – und in der Tat günstiger. Aber nur dann, wenn man die Einzelheiten und Vergünstigungen auch kennt. Es lohnt sich also, sich vorab online oder beim Personal zu informieren. Haben Sie auch Lust, mal raus zu kommen:  Hier geht's zu den NW-Leserreisen

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