Oft fotografiert: Das Riesenrad London Eye und das britische Parlament – beides liegt direkt an der Themse. - © iStock
Oft fotografiert: Das Riesenrad London Eye und das britische Parlament – beides liegt direkt an der Themse. | © iStock

England London in 72 Stunden

Günstige Flugpreise und weltberühmte Attraktionen machen die Metropole an der Themse zum unübertroffenen Städteziel für einen Kurztrip

Christian Papageorgiou

Der goldbraune Palast stellt mit seinem berühmten Uhrenturm das symbolträchtigste Gebäude Englands dar. Der Palace of Westminster, in dem das britische Parlament tagt, gehört samt der Krönungskirche Westminster Abbey zum Weltkulturerbe. Der Name Big Ben bezeichnet die riesige Glocke im Uhrenturm. Von der Westminster Bridge aus fällt der Blick auf das größte Riesenrad Europas. Das London Eye besteht aus 32 Glasgondeln, aus denen man die Stadt aus der Vogelperspektive bestaunen kann. Den Fluss entlang zaubern Straßenkünstler mit ausgefallenen Kostümen den Passanten ein Lächeln ins Gesicht. Nach einer Weile kommt man zur Tate Gallery of Modern Art. In dem umgebauten Kraftwerk werden moderne sowie zeitgenössische Gemälde und Plastiken aus aller Welt präsentiert. Die ehemalige Turbinenhalle bietet genügend Platz für gigantische Skulpturen. Nebenan ist Shakespeares Globe, eine Rekonstruktion des Globe-Theaters aus dem Jahr 1599. Im elisabethanischen Zeitalter zeichneten sich Theateraufführungen als willkommene Abwechslung zu den Bärenkämpfen ab, obwohl sie von den Puritanern verboten wurden. Shakespeare war Teilhaber des Globe und schon damals ein namhafter Dramatiker. Im gegenüberliegenden Finanzdistrikt fallen hochmoderne Bürohäuser auf. Im Kontrast zur Architektur der City of London steht die St.-Pauls-Kathedrale, auf die man über die Fußgängerbrücke Millennium Bridge zugeht. Im Jahr 1666 ist beim Großen Brand von London fast die gesamte mittelalterliche Stadt in Flammen aufgegangen. Daraufhin wurde Sir Christopher Wren, ein Astronom und autodidaktischer Architekt damit beauftragt, sämtliche Kirchen, Profanbauten und die imposante Kathedrale zu bauen. Einen Einkaufsbummel kann man in der Oxford Street und in der Bond Street unternehmen, wo schon die Schriftstellerin Jane Austen nach dem Motto „shop till you drop" bis zum Umfallen einkaufte. Zeit zum Entspannen findet man im Hyde Park und im angrenzenden Kensington Gardens, wo man einen Palast, die italienischen Gärten und eine Statue von Peter Pan bewundern kann. An der Stelle kam dem schottischen Schriftsteller J. M. Barrie die Idee zum erfolgreichen Kinderbuch. Südöstlich der Parkanlagen stößt man auf das berühmte Kaufhaus Harrods, das in den 1840er Jahren seine Pforten öffnete. Modisch elegante Kleidung und Accessoires werden in teilweise museal geschmückten Räumlichkeiten verkauft. Die Lebensmittelabteilung im Jugendstil verblüfft mit ihrer Vielfalt an Pralinen und Delikatessen. Wenn man sich für die Residenz der königlichen Familie interessiert, sollte man den Buckingham Palace besichtigen. Im Palast mit dem wohl bekanntesten Balkon des Königreichs werden auch Staatsoberhäupter empfangen. Folgt man der Prachtstraße The Mall, erreicht man das Herz der Stadt: Trafalgar Square. Mehrere Löwenstatuen, Springbrunnen und die Nelsonsäule schmücken den Platz, der von einer ansteckenden Vitalität strotzt. Im Hintergrund erkennt man die National Gallery, die Gemälde Alter Meister ausstellt. Einen Hauch von Mittelalter erlebt man am Tower of London, dessen Hauptturm im 11. Jahrhundert errichtet und 200 Jahre später getüncht wurde. Dem White Tower folgten weitere Türme und Mauern. Im 1845 trockengelegten Wassergraben schwammen einst Alligatoren. Der Gebäudekomplex diente als Palast, Festung, Kerker und Schatzkammer. Im Einklang mit dem Tower steht die Tower Bridge. Die Brücke mit den beiden Türmen sollte mittelalterlich wirken, stammt jedoch aus dem viktorianischen Zeitalter. Südlich der Themse ragt ein pyramidenähnlicher Turm aus Glas empor. Das Shard (Scherbe) gilt als das höchste Bauwerk der EU. Inspirierende Eindrücke gewinnt man im British Museum: eine aztekische doppelköpfige Schlange, ägyptische Monumentalstatuen und mittelalterliche Schachfiguren aus Elfenbein. Besondere Aufmerksamkeit erwecken die Marmorstatuen und Friese des Parthenon sowie der Stein von Rosetta, der zur Entzifferung der 
Hieroglyphen verhalf. Das klassizistische Gebäude imponiert mit einer riesigen Kuppel aus Stahl und Glas. Die British Museum Library nutzten Persönlichkeiten wie Charles Dickens und Karl Marx, der seinerzeit im prächtigen Lesesaal der Bibliothek „Das Kapital" schrieb. Bei Einbruch der Dunkelheit ziehen bunt flackernde Bildschirme am Piccadilly Circus Nachtschwärmer in ihren Bann. Im nahe liegenden China Town kann man sich auf eine kulinarische Entdeckungsreise begeben und den Kurztrip Revue passieren lassen.

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