Der Alte und der Neue: Johannes Vetter (l.) übergibt die Leitung des Chores an Henry Friesen. - © Foto: heike sommerkamp
Der Alte und der Neue: Johannes Vetter (l.) übergibt die Leitung des Chores an Henry Friesen. | © Foto: heike sommerkamp

Kultur So sehen Krähen aus

Stabübergabe: Der Chor „Vetternwirtschaft“ sang und feierte in der Mamre-Patmos-Schule

Heike Sommerkamp

Sie sind im allerbesten Alter, sie sind gut drauf und sie singen gern: Wenn die „Vetternwirtschaft" auftritt, ist Musikspaß garantiert. Beim Konzert des gemischten Chores am Freitagabend gab’s aber auch nachdenklichere Momente: Chorleiter Johannes Vetter übergab die Leitung an seinen Nachfolger Henry Friesen. Seit vier Jahren leitet Friesen bereits den kleineren Auswahlchor der Vetternwirtschaft, die Krähen. Diese überzeugten am Freitag besonders mit „Junge" von der deutschen Punkrock-Band „die Ärzte" – wobei das „und wie du wieder aussiehst" besonders enthusiastisch gelang. Parkplatzsuche frei nach Grönemeyer Mit der gesamten Vetternwirtschaft legte Friesen nun, gleich nach der Übergabe des nicht vorhandenen Dirigentenstabes, eine schwungvoll- mamboschwelgende Parkplatzsuche frei nach Herbert Grönemeyer hin. Zuvor, noch unter Vetters Ägide, besang der Chor beschwingt den vergessenen Farbfilm der Nina Hagen, beschrieb unter zunehmenden Zwischen-Lachern missglückte Rendezvous-Vorbereitungen bis hin zum Feueralarm und besang später in deutscher Sprache jenen peinlichen Teil des gestrigen Abends, den die Beatles bei „Yesterday" nicht beschreiben mochten. Diese lustigen Texte, mit Spaß gesungen und mimisch-gestisch entschlossen untermalt, sorgten bald für Feierstimmung auch in den voll besetzten Zuschauerreihen, die jedes Lied lachend mit Applaus quittierten – wohl die im Programmtitel angedrohten Risiken und Nebenwirkungen scheuend. Am Ende mochte der Chor nach den Zugaben noch nicht aufhören: Von Vetter am Klavier begleitet, zelebrierten sie noch Gabriellas Song aus „Wie im Himmel". Dann klang der Konzertabend mit einer Party für alle, die noch bleiben wollten, in angeregter Feierlaune aus.

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