"Kind of Spain": Wolfgang Haffner (M.) wird von Christopher Dell (Vibrafon), Roberto di Gioia (Keyboards) und Christian Diener (Bass) auf der Tour zum im Sommer erschienen Album begleitet. Das Konzert des Musik Kontor im Schiller ist erneut ausverkauft. - © Ralf Bittner
"Kind of Spain": Wolfgang Haffner (M.) wird von Christopher Dell (Vibrafon), Roberto di Gioia (Keyboards) und Christian Diener (Bass) auf der Tour zum im Sommer erschienen Album begleitet. Das Konzert des Musik Kontor im Schiller ist erneut ausverkauft. | © Ralf Bittner

Herford Wolfgang Haffner und Band mit spanischen Klängen im Schiller

Entspanntes aus España

Ralf Bittner

Herford. Mit "Hippie", "So what" und "Shapes", allesamt Stücke älterer Alben, eröffneten Schlagzeuger Wolfgang Haffner und Begleitung ihr vom Musik Kontor präsentiertes Konzert im Schiller. Auch wenn Herford erst die dritte Station der Tour zum Album war, wurde schnell klar, dass sich sich die Musiker untereinander und mit dem Publikum bestens verstehen. "Es gibt viel Gutes und viel Schrott in der spanischem Musik", sagt Haffner, der seit einigen Jahren auf der spanischen Insel Ibiza lebt: "Ich musste das nur richtig gründlich sortieren." Mit "Tres Notas para Decir Te Quiero", "Pasodoble" und Chick Coreas "Spain" folgten dann die ersten Stücke des neuen Albums. Wie auf dem Spanien-Album wechselten sich Stücke aus der Feder Haffners wie "El Faro" oder "Salinas" mit spanischer Klassik wie Auszügen aus dem "Concierto De Aranjuez" von Joaqin Rodriguez oder dem traditionellen "El Vito" ab. Nicht hitzig und ausgelassen klang Haffners Spanien, sondern Schlagzeuger und Bandleader und Kollegen präsentierten atmosphärisch-dichte, fast intime Klanglandschaften. Stark klang das "Concierto De Aranjuez" in der samtweichen Interpretation des Quartetts, und auch George Gershwins Jazz-Standard "Summertime" fügte sich mit entspannter Gelassenheit in den Abend, als sei er für den Rahmen des intimen Clubkonzertes und nicht für die Opernbühnen komponiert worden. Neben Haffners Schlagzeug, das er mal mit Besen streichelte, mal mit bloßen Händen, Sticks oder Schlegeln bearbeitete, spielte Christopher Dell auf der kleinen Bühne einen zentrale Rolle. Mit der warmen Klangfarbe seines Vibrafons fügte er sich bestens in Haffners meist entspannte Spanien-Erzählung. Bassist Christian Diener und Roberto di Gioia an Piano und Keyboard ergänzten das Quartett, das auf der Bühnen anders als auf dem Album ohne Gitarrist und Trompeter auskam, bei "Pasodoble" und "El Vito" aber ordentlich aufdrehte, fulminante Soli inklusive. Mit einem "Medley" aus verschiedenen Stücken, bejubelten Haffner-Klassikern und dem Rausschmeichler "Silent Ways" vom Album 2006 endete der intensive Abend, bei dem Wolfgang Haffner die Verbindung von Jazz, spanischer Klassik, und Flamenco aufs Beste gelang.

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