Emotionale Woge: Zum ersten Mal präsentierte Joel Brandenstein seine Songs in der Oetkerhalle. - © Foto: Alexander Heim
Emotionale Woge: Zum ersten Mal präsentierte Joel Brandenstein seine Songs in der Oetkerhalle. | © Foto: Alexander Heim

Kultur Mitreißende emotionale Momente

Joel Brandenstein: 1.600 Besucher erleben das Konzert des Pop-Poeten in der Oetkerhalle und lassen sich von seinen Songs begeistern

Alexander Heim

„Emotionen“, so lautet der Titel des Debüt-Albums, mit dem der Shootingstar unter den Singer/Songwritern Anfang des Jahres die deutschen Charts erstürmt hat. Kaum war sein Album erschienen, belegte es auch schon Platz eins. Mit Emotionen nimmt Joel Brandenstein auch sein Bielefelder Publikum für sich ein. Auf den vier hohen, weißen Säulen im Hintergrund der Bühne, die – zurückhaltend genutzt – immer mal wieder als Projektionsfläche für Einblendungen oder Videos dienen, erzählt eingangs ein Video die Lebensgeschichte des Künstlers, während er selbst, in leisen Tönen, aus dem Off von seiner Begeisterung für und die Bedeutung der Musik und des Musizierens in seinem Leben berichtet.Jung und Alt wollen den 34-Jährigen sehen und hören Dass seine Fans vor allem weiblich sind – es verwundert nicht. In Ostwestfalen – der drittletzten Station seiner Herbsttour, die ihn durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Luxemburg geführt hat – trifft er ein breit gefächertes Publikum an. Jung und Alt wollen den schüchternen, zurückhaltenden 34-Jährigen mit der leicht rauchigen Stimme hören, der – eingehüllt von viel Nebel – da vor ihnen in Jeans, schwarzem T-Shirt, schwarzer Jacke und Cap auf der Bühne steht. Insgesamt 20 Lieder hat Joel Brandenstein an diesem Abend für seine Fans vorbereitet. Und einige Überraschungen parat. Mit „Immer nur du“ und „Zeitmaschine“ startet er wie auf seiner Debüt-CD in den Abend. „Grenzenlos“ geht es weiter, ehe die Fans Brandensteins Cover-Version von Tim Bendzkos „In dein Herz“ serviert bekommen. Eher wortkarg gibt sich der Sänger, der am 14. Mai sein erstes Konzert überhaupt bestritt, an diesem Abend. Lange bleiben die meisten Besucher an diesem Abend auch auf ihren Plätzen sitzen, ehe „Blindflug“ sie erstmals von ihren Sitzen reißt. Dafür bereiten sie dem Sänger später sogar ein „Farbenmeer“, als der Ratinger den gleichnamigen Song anstimmt. Lichtgefüllte Ballons erstrahlen überall in der Oetkerhalle. Ein imposantes Bild. Stimmig. Emotional. Selber an einem Instrument sieht man Joel Brandenstein erst kurz vor Schluss des Konzertes. Bis dahin glänzen die fünf Musiker um ihn herum mit ihrem Spiel. Violinistin Paulina Moser präsentiert sich im Verlaufe des Abends auch als Sängerin. Doch die wirklich großen emotionalen Momente hebt sich Joel Brandenstein für später auf. Nun bittet er seinen Freund Umut – einen Bielefelder – samt Gitarre auf die Bühne, um gemeinsam „Was immer du willst“ anzustimmen. Schließlich wird das Publikum bei „Ich muss immer an dich denken“ aufgeordert, sein großer Background-Chor zu sein. Ein Publikum, das auch den Schlusspunkt des Abends aus dem Eff-eff mitsingen kann: „Diese Liebe“. Und damit eben jenen emotionalen Song, mit dem 2014 für Joel Brandenstein alles begann.

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