Startklar: die Musiker von Deep Schrott mit Wollie Kaiser, Andreas Kaling, Dirk Raulf und Jan Klare (v.l.). Foto: HELMUT HERGARTEN - © (c): H. Hergartenmail@HelmutHergarten.com mail@Hellopress.de
Startklar: die Musiker von Deep Schrott mit Wollie Kaiser, Andreas Kaling, Dirk Raulf und Jan Klare (v.l.). Foto: HELMUT HERGARTEN | © (c): H. Hergartenmail@HelmutHergarten.com mail@Hellopress.de

Kultur Tiefe Töne prägen Raum und Zeit

Konzert: Das Bass-Saxophon-Quartett „Deep Schrott“ gastiert am 17. September in der Süsterkirche

Heike Krüger

Bielefeld. Sie firmieren als „einziges Bass-Saxophon-Quartett des Universums“ und dürften damit richtig liegen. Das Alleinstellungsmerkmal von Deep Schrott ist die Tatsache, dass dessen vier Musiker als „monochromes“ Ensemble die tiefen Töne des Bass-Saxophons abdecken. Und das nun schon seit zehn Jahren. Am Sonntag, 17. September, kommen die vier, die über Deutschland verteilt wohnen, wieder einmal zu einem Konzert zusammen: um 19 Uhr in der Bielefelder Süsterkirche. „Dazu bedarf es immer großzügiger Planung“, schildert Andreas Kaling, in Bielefeld als Solist sowie durch verschiedene Ensembles und Projekte bestens bekannter Musiker. Wollie Kaiser kommt aus Saarbrücken angereist, Jan Klare aus Münster, Dirk Raulf stammt aus Köln. Nur für ihn selbst wird es ein Heimspiel. Geprobt wird rund um den Termin, am Abend zuvor haben die vier ein Engagement im Rahmen der „Musica S. (ehemals Musica Sacra)“-Reihe in Paderborn."Wir mussten alle Stücke selbst schreiben" „Das Basssaxophon ist ein sensibles Instrument, das in seinen verschiedenen Lagen eine große klangliche Klarheit ermöglicht“, preist Kaling die Vorzüge des Instruments. Jeder der vier Musiker habe seine eigenen Stimme, seine spezifische klangliche Handschrift. Alle treten sie für Deep Schrott als Komponisten und Arrangeure auf. „Es gab ja überhaupt keine Literatur für eine solche Zusammensetzung, also mussten wir die Stücke selbst schreiben“, erklärt Kaling. Das Konzert am 17. September ist zugleich ein neues Projekt: Hatte Deep Schrott in früheren Jahren schnelle Grooves, eine Art „Rhythmusmaschine“ im Wechsel mit lyrischen Klängen im Angebot, ist das aktuelle Programm „Room“ auf den Raum, in dem gespielt wird, fokussiert – und auf die Zeit. Ein Ton kann auch mal einige Sekunden länger gehalten werden, Pausen sorgen dafür, dass Klänge nachhallen und somit besser wirken können. „Wir bedienen keine althergebrachten Klangmuster. Man sollte Offenheit, Geduld und Sitzfleisch mitbringen, um von dem Konzert wirklich etwas zu haben“, sagt Kaling. Zu verstehen sei „Room“ als eine Art Gegenentwurf zur Hektik unserer Zeit. Avantgardistisch und experimentell interessierte Musikliebhaber sollten sich auf ein Setting einlassen können, das nicht alltäglich ist. Das Konzert, das in Kooperation mit dem Bunker Ulmenwall veranstaltet wird, dauert ca. 80 Minuten. Eintrittskarten ausschließlich an der Abendkasse.

realisiert durch evolver group