Bielefeld/Duisburg Jung-Pianistin aus Bielefeld spielt beim Klavier-Festival Ruhr

Hanni Liang bestreitet Uraufführung des Melodrams "Verpasste Gelegenheiten"

Thomas Klingebiel

Bielefeld. Laufen gelernt hat sie an der Universität Bielefeld. Daran, an das Hallenbad und die „Peter Pan"-Kita, könne sie sich noch gut erinnern, sagt Hanni Liang. Zur Musik fand die in Bielefeld geborene Tochter eines chinesischen Studentenpaares erst später. An diesem Sonntag, 11 Uhr, spielt die Jung-Pianistin beim Klavier-Festival Ruhr in Duisburg die Uraufführung des Melodrams „Verpasste Gelegenheiten": Michael Krüger rezitiert seinen gleichnamigen Gedichtzyklus zu Klaviermusik von Manfred Trojahn. Mit dem Komponisten verbindet die 23-Jährige seit ihrer Uraufführung von dessen Liszt-Hommage „leise gondeln" 2011 in Düsseldorf eine enge Zusammenarbeit und Freundschaft. „Er ist sehr belesen und ich habe literarisch und philosophisch unheimlich viel gelernt von ihm", sagt Liang. Thomas Mann, Goethe und Albert Camus nennt sie als auf Trojahn zurückgehende Leseerfahrungen, die ihre Sicht auf Leben, Künstlerrolle prägen und damit ihr Werkverständnis und ihre Interpretationen. „Sehr spannend" sei der musikalische Dialog mit dem Komponisten. „Das ist ein Geschenk, dafür bin ich sehr dankbar", so Liang, die für ihre Debüt-CD 2015 Trojahns „Six Préludes" einspielte. Mit drei Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Mettmann. Unter dem Eindruck eines Kurses für musikalische Früherziehung wollte sie mit Musik zunächst gar nichts mehr zu tun haben, erzählt sie lachend. Mit acht hörte sie jemanden im Fernsehen Klavier spielen und war verzaubert. Sie erhielt Unterricht, wurde als Klavierwunderkind Jungstudentin in Düsseldorf. Zurzeit lebt sie in Hamburg und pendelt nach Rostock, wo sie derzeit ihren Master bei Matthias Kirschnereit macht.

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