Schwarz Schluss mit Betrugs-Olympia

Die Winterspiele in Südkorea sind eröffnet. Seit heute morgen kämpfen die Athleten aus aller Welt in ihren Disziplinen um Medaillen. Natürlich eng begleitet von gleich mehreren TV-Sendern, die die Bilder zu uns nach Deutschland bringen. Aber will die überhaupt noch jemand sehen? Unsere Autoren streiten

Carsten Heil

Nein, ich nicht mehr. Ich werde mir nicht die Olympischen Winterspiele ansehen. Ich werde sie komplett ignorieren. Solche Großereignisse gehören erstens grundsätzlich nicht mehr in die Zeit, sie haben sich selbst kaputt gemacht. Nichts will ich deshalb mit dieser Betrugsveranstaltung zu tun haben. Von wegen, die Jugend der Welt misst sich im fairen, sportlichen Wettkampf. Oder: Hauptsache dabei gewesen. Ein Haufen alter Funktionäre im IOC und anderswo verkauft uns für dumm. Zweitens ist das Ereignis von vorn bis hinten Mist. Lug und Betrug kennzeichnen schon die Vergabe dieser Großveranstaltungen. Das nennt der Jurist Korruption. Zwar selten konkret nachgewiesen, aber nach vielen Jahren kommt sonderbarerweise immer irgend etwas heraus. Dann werden die Schauplätze unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen aus dem Boden gestampft. Das nennt der Beobachter Quälerei. Die grenzt in Einzelfällen sogar an Sklavenhalterei. Und wenn dann die gedopten Sportbetrüger gegeneinander antreten, geht es gar nicht um sportliche Leistung. Es gewinnt, wer am besten und geschicktesten dopt. Wenn dann oft erst viel später die Medaille doch wieder aberkannt wird, weil Doping nachgewiesen worden ist, interessiert das niemanden mehr. Nein, so etwas schaue ich mir nicht an, da ist mir meine Zeit zu schade. Zumal Menschen, die diesen Betrug aufdecken, um ihr Leben fürchten müssen. Die Spiele sind kein Sport, sie sind kriminell. Deshalb sollten sie verboten werden. Denn die falschen Leute machen sich die Taschen voll auf Kosten der kleinen. Ganze Wohngebiete sind schon platt gemacht worden, um Platz für die Wettspiele des Betruges zu schaffen. Als Zuschauer kann ich nicht mehr mitfiebern, kann mich nicht mitfreuen über tolle Leistungen, weil ich deren Wert nicht einschätzen kann. An Olympia ist nichts schön, gar nichts. Da lese ich lieber ein gutes Buch und höre Musik.

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