Schwarz Zuschauen tut jedem gut!

Aktuell sitzen wieder mehr oder weniger prominente Menschen für die bekannte RTL-Show im australischen Dschungel. Sie essen ekelhafte Dinge, zicken sich an und erzählen ihre oftmals tragischen Lebensgeschichten. Ist das als Zuschauer noch zu ertragen? Oder sollte die Show nie mehr ausgestrahlt werden? Unsere Autoren streiten

Lennart Krause

Warum nur sollte man das Dschungelcamp verbieten? Die Sendung erfüllt so viele gute Zwecke, dass sie eigentlich eher häufiger laufen sollte. Wenn sie mich fragen, sollte das Dschungelcamp sogar fest in den Lehrplan unserer Schulen verankert werden. Das ist kein Scherz! Ich kenne kaum eine Serie, die, didaktisch vernünftig begleitet, mehr positiven Einfluss auf die Jugend haben kann. Schließlich zeigt sie doch schonungslos, was aus Menschen wird, die meinen, berühmt zu sein, sei ein erstrebenswertes Lebensziel. Wenn all die Möchtegern-Youtube-Stars ( zu dieser Kategorie gehören sehr viele junge Menschen heute) erstmal verstehen, dass ihre „erfolgreiche" Zukunft vorrangig mit Tierpenissen und Kakerlakenbädern zu tun haben wird, werden sich einige doch überlegen, erst einmal etwas Vernünftiges zu lernen. Und auch wir Arbeitnehmer profitieren davon, uns ab und an bewusst zu machen, dass harte, ehrliche Arbeit doch eigentlich eine ganz gute Sache ist. Aus diesem Grund habe ich auch keinerlei Mitleid mit den Dschungelbewohnern. Niemand zwingt die Damen und Herren, bei der Show mitzumachen. Jeder der Teilnehmer könnte sich auch einfach einen ganz normalen Job suchen und glücklich und zufrieden fernab der Öffentlichkeit leben. Wer aber meint, echte Arbeit sei nichts für ihn, der darf sich gerne der Lächerlichkeit preisgeben. Viel eher übrigens als die Teilnehmer so manch anderer Fernsehshows, die im Privatfernsehen ausgestrahlt werden. Über Formate wie „Bauer sucht Frau" und „Schwiegertochter gesucht" sollte diskutiert werden. Da werden nämlich Menschen von skrupellosen Fernsehmachern vor der Kamera lächerlich gemacht, die augenscheinlich nicht in der Lage sind, zu bemerken, wie mit ihnen umgegangen wird. Sie verdienen es, von der Geschmackspolizei beschützt zu werden. Die Teilnehmer des Dschungelcamps hingegen nicht. Sie dürfen uns gerne unterhalten.

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