Weiss Ich plane selbst

Glotze einschalten, Kanäle durchzappen, Film gucken: So ging Fernsehen früher. Das ist dank Streamingdiensten wie Netflix, Sky, Amazon und Co. vorbei. Mittlerweile bestimmen nicht mehr die Sender unser Programm, sondern immer mehr wir selbst. Aber ist das wirklich so vorteilhaft? Ein Streitgespräch

Jessica Weiser

CSI, NCIS, Game of Thrones, The Walking Dead: Ich liebe Serien. Und deshalb möchte ich sie dann schauen, wenn ich will. Wenn draußen das Wetter schlecht ist, wenn ich abends von der Arbeit komme oder meinetwegen auch wenn ich im Zug sitze. Und genau deshalb schlägt mein Herz für Streaming-Dienste. Da habe ich meine Lieblingsserien und dazu Filme und Dokus fast immer griffbereit. Die Zeiten, in denen man auf das starre Fernsehprogramm angewiesen war und eine Woche auf die neueste Serienfolge warten musste, sind ein für alle Mal vorbei. Und das ist auch gut so. Heute will man dann, wenn man Lust hat, die Sendung sehen, auf die man Lust hat – vor allem ohne lästige Werbeunterbrechung. Wie blöd ist das denn bitte schön, dass in dem Moment, in dem sich der Zombie auf sein nächstes Opfer stürzt, plötzlich Werbung für Anti-Falten-Creme eingespielt wird. Nein danke, dass muss ich nicht haben. Das macht doch alles kaputt. Streaming-Dienste bieten das, was sich Film- und Serienfans wünschen: ein flexibles, umfangreiches Angebot auf Abruf. Und das in einer Qualität, mit der das Fernsehprogramm einfach nicht mehr mithält. Klar kann ich mir meine Serien in der Dauerschleife auch im TV ansehen – Wiederholungen zeigen die meisten TV-Sender ja zuhauf. Aber mutige, neue Serien sucht man hier leider immer vergebens. Bei vielen Fernsehsendern hat man heutzutage vielmehr das Gefühl, dass sie ihr Geld vor allem für völlig bescheuerte und vor allem viel zu lange Spielshows verpulvern. Oder aber sie geben Millionen für Fußball- und Sportevents aus. Das mag ja hin und wieder funktionieren, aber im Großen und Ganzen erwarte ich heute einfach mehr. Das belegen auch die Zahlen. Millionen Menschen werden mittlerweile selbst zu Programmplanern, statt sich etwas vorsetzen zu lassen. Dass man für das Angebot aus dem Netz zahlen muss, spielt dabei meiner Meinung nach keine Rolle. Schließlich muss man fürs Fernsehen in Form der GEZ-Gebühr ja auch blechen.

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