Weiss Auf die Frische kommt’s an

Mit Weihnachten stehen nun wieder zwei Feiertage vor der Tür. Hinzu kommt, dass viele Geschäfte auch an Heiligabend nicht öffnen werden. Das Chaos auf den Supermarktparkplätzen und an den Kassen an den Tagen ist vorprogrammiert. Aber soll man sich den Stress wirklich antun? Legt man sich nicht besser rechtzeitig Vorräte an?

Julia Gesemann

Hamstern hat sich überholt. Zum Glück. Wir leben nicht mehr in Kriegszeiten, in denen es überlebensnotwendig war, einen Sack Kartoffeln im Keller zu haben. Die heutige Struktur des Einzelhandels macht es möglich: Wir können fast jederzeit einkaufen. Warum soll ich das nicht nutzen, um mich nach Lust und Laune mit frischen Lebensmitteln einzudecken? Natürlich habe ich das Nötigste daheim vorrätig. Aber nicht jede Zutat für ein Festtagsmenü. Und ja, auch ich bin ein Fan des Organisierens, schon von Berufswegen. Daten und Termine habe ich im Kopf oder im Kalender. Aber alles durchplanen, auch den Einkauf für die Feiertage schon Wochen im Voraus? Nein! Das ist zu viel Stress. Und wo bleibt da die Flexibilität? Meistens entscheidet sich doch erst kurz vorher, worauf man an den Feiertagen wirklich Appetit hat. Und diesem Wunsch möchte ich zu einem so besonderen Anlass dann auch gerne folgen. Fisch oder Fleisch? Das schmeckt frisch in guter Qualität vom Fleischer oder vom Fischstand am besten. Oder lieber knackiger Salat oder Gemüse? Auch das kann ich nicht lange lagern. Also spare ich mir schon lange vor den Feiertagen den Stress, immer wieder zum Markt oder zum Supermarkt zu fahren, um nach und nach alle unterschiedlich lange haltbaren Produkte beisammen zu haben. Stattdessen fahre ich einmal und setze auf Frische. Und ganz ehrlich: Früh am Heiligabend-Morgen einkaufen zu gehen, hatte in der Vergangenheit immer etwas Entschleunigendes. Kaum einer war unterwegs, die Mitarbeiter waren entspannt, die wenigen Kunden auch. Im Radio dudelte Weihnachtsmusik – schön! Nun öffnen viele Geschäfte ja nicht an Heiligabend . . . Wir werden sehen, ob der Samstag davor zum Großkampftag mutiert. Aber ein bisschen geht es ja auch um das Erlebnis, um das gemeinschaftliche Gefühl. Einmal noch die Nachbarn treffen, bevor jeder drei Tage lang unterm Baum verschwindet. Noch einmal plaudern – und sich herzlich frohe Weihnachten wünschen!

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