Weiss Retter in der Regennot

Was tun, wenn es draußen wie aus Kübeln schüttet? Die einen greifen zum Regenschirm, um möglichst trockenen Fußes ans Ziel zu gelangen. Dabei blockieren sie gerne die Wege unter den regenabweisenden Überdachungen. Sehr zum Ärgernis der anderen ohne Schirm. Also: Schirm oder Kapuze?

Janina Raddatz

Wissen Sie, warum ich meine Regenschirme mag? Weil sie zu den nützlichen Gegenständen gehören, die mir den Alltag immer wieder aufs Neue erleichtern. Ohne dass ich mich bei der Handhabung bereits am frühen Morgen ärgern muss. Aus dem Schrank nehmen, aufspannen – und der Tag gehört mir. Ich habe mehrere Schirme, deren Tragestab sich zusammenschieben lässt, damit sie in die Umhängetasche passen. Außerdem haben sie verschiedene Farben. Denn Regentage sind eigentlich wie Sonnentage (bis auf den Regen): Es gibt solche, an denen man nur in der einheitlichen Menschenmasse auf der Straße untergehen möchte, und dann aber auch solche, an denen man sich unbezwingbar fühlt. Das sind die Tage, an denen nicht der einfache, schwarze Gefährte zum Einsatz kommt, sondern der lilafarbene Retter in der Regennot. Sein Haltegriff ist einem Katzenkopf nachempfunden und der einklappbare Stab einem Katzenschwanz. Ja, Sie verstehen mich schon richtig: Der Regenschirm ist auch ein ganz persönliches Accessoire. Für den einen mehr, für den anderen weniger – aber ich erfreue mich eben besonders an den kleinen Dingen im Leben. Dass es regnet, kann ich nicht ändern – dass es mir den Tag komplett verdirbt, schon. Wie andere ihre Handtasche nach individueller Tagesform wählen, so wähle ich nach dem zielsicheren Blick aus dem Küchenfenster meinen Schirm. Und trage ihn mit Freude. Ich habe noch keinen Schirmträger gesehen, der willentlich damit in der Menge rumstochert und Mitmenschen belästigt. Oder diese dadurch provozieren will, dass er unter Überdachungen spaziert. Wenn Sie so jemanden kennen, sprechen Sie ihn doch einfach an, dann ist das Problem sicher schnell behoben. Vielleicht kennen Sie das Sprichwort: „Ein Regenschirm und ein Begräbnis gehören zu den wichtigsten Requisiten des menschlichen Daseins, auf die Dauer kommt keiner von uns ohne sie aus." So ist es. So und nicht anders!

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