Weiss Ein Baum für jede Flugreise

Dichte Abgaswolken der Kreuzfahrtschiffe über den norwegischen Fjorden und Flugzeuge, die immer mehr klimaschädliches CO2 in großen Höhen ausstoßen. Der Klimagipfel ist vorbei. Aber was können wir persönlich tun, um unsere Umwelt zu schützen? Einen besonders umweltfreundlichen Urlaub machen? Ein Streitgespräch

Friderieke Schulz

Natürlich bin ich in meinem Leben schon geflogen – sogar gern. Denn es ist einfach schnell und manchmal sogar günstiger. Dabei bin ich mir wie viele Menschen nicht im Klaren darüber gewesen, wie fatal die Folgen für uns alle sind. Laut der Welttourismusorganisation UNWTO verursacht eine Reise im internationalen Durchschnitt etwa 0,25 Tonnen CO2. Tourismus trägt mit fünf Prozent aller Treibhausgasemissionen einen großen Teil zur Erderwärmung bei. Sich sonst umweltfreundlich zu verhalten, hilft also nicht. Denn der Klimawandel ist für uns alle eine Schicksalsfrage. Mit jeder Flugbuchung gefährden wir das Leben anderer Arten, zerstören Lebensräume. Auch unseren eigenen. Nur, weil wir in der Reihe derer, die die Konsequenzen des Wandels spüren, nicht an erster Stelle stehen, heißt es nicht, dass es uns nicht erreicht. Das wird es! Ganz bestimmt. Ich möchte niemandem verbieten in ein Flugzeug zu steigen. Ich selbst werde es wieder tun. Das Gegenteil zu behaupten wäre naiv. Allerdings gibt es vieles, das man beachten kann, um den Schaden einzudämmen. Muss es jeden Urlaub 10.000 Kilometer weit weggehen? Komme ich vielleicht statt mit dem Auto auch mit der Bahn ans Ziel? Aber selbst wer unter 25 Grad Wassertemperatur nicht entspannen kann, kann den Schaden minimieren. Wer Reiseentfernung und Dauer anpasst, kann die Effizienz der Reise verbessern. Bei der Wahl eines Fluganbieters, der Umweltschutz vorbildlich umsetzt und Projekte unterstützt, wird die Reise vielleicht teurer, das schlechte Gewissen aber geringer. Auf diversen Internetseiten lässt sich bequem errechnen, wie viel CO2 bei meiner Reise verbraucht wird. Manche bieten sogar die Möglichkeit, den Betrag durch eine Spende zu kompensieren und so an anderer Stelle gegen den Klimawandel zu arbeiten. Ich selbst möchte in Zukunft einer Freundin folgen, die sich entschlossen hat, neben all diesen Maßnahmen, für jedes Mal, wenn sie in den Flieger steigt, einen Baum zu pflanzen. Das ist Klimaschutz vor der Haustür.

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