Weiss Wild, wilder, JGA

Bei Junggesellenabschieden (JGA) wird kurz vor der Hochzeit noch mal richtig Gas gegeben. Spaßig für die Beteiligten, nervig für alle anderen. Die ersten Wirte in Deutschland haben deshalb die wilden Partys in ihren Kneipen verboten. Zu Recht? Unsere Autoren diskutieren den Sinn und Unsinn der wilden Feierei

Lennart Krause

Junggesellenabschiede, heute auch kurz JGA genannt, sind die besten Partys, die es gibt. Die Frage, ob man da auf den Putz hauen sollte, die stellt sich doch eigentlich gar nicht. Nein, man sollte den JGA nicht wild und ausschweifend feiern, man muss es sogar. Warum? Weil er die Chance bietet, mit seinen besten Freunden einen fantastischen Tag zu erleben. Einen Tag, an dem man den besten Grund der Welt hat, um verrückte Dinge zu tun – nämlich die Liebe. Jeder Teilnehmer eines JGA weiß schließlich, dass der Protagonist bald seine große Liebe heiratet. Das tut man normalerweise nur aus einem Grund: Weil man mit diesem Partner glücklich ist. Ergo feiert man die Liebe und das Glück eines nahestehenden Menschen. Mehr Grund, völlig über die Strenge zu schlagen, gibt es nicht. Und es geht auch niemanden etwas an, wie jemand seinen JGA feiert. Wer auf Klischees steht, der soll sich von seinen Kumpels verkleiden lassen und wie der letzte Depp durch die Düsseldorfer Altstadt laufen und sich zum Affen machen. Wer das nicht mag, kann das vorher seinen Trauzeugen mitteilen und dafür sorgen, dass die sich etwas einfallen lassen. Ich durfte bereits an mehreren Junggesellenabschieden teilnehmen, alle waren wild, aber bei allen hatte der Bräutigam den Spaß seines Lebens. Einmal waren wir VIP-Gäste im Heidepark Soltau, ein anderes Mal haben wir vier Tage auf einem Festival gefeiert. Geschadet hat das niemandem von uns. Und auch sonst keinem. Es gibt daher einfach keinen Grund, der gegen eine ausschweifende Party spricht. Und falls doch jemand einen kennt, soll er ihn für sich behalten. Und am besten auch nie an einem JGA teilnehmen. Denn Partymuffel braucht an so einem Tag wirklich niemand. Ach, und nicht dass wir uns falsch verstehen: Wer meint, seinen Junggesellenabschied entspannt und gemütlich zu feiern, der soll das doch machen! Ist ja sein Ding. Aber bestimmt wird er oder sie sich irgendwann ärgern, die Chance auf die verrückteste Party seines oder ihres Lebens nicht genutzt zu haben!

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