Schwarz Lieber zahlen als verblöden

Immer mehr Menschen beschweren sich übers Fernsehprogramm. Streamingdienste wie Netflix veröffentlichen stetig steigende Nutzerzahlen. Wäre es da nicht an der Zeit, das herkömmliche Fernsehen generell abzuschaffen. Inklusive der gebührenfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen? Unsere Autoren streiten, ob es Programm nur noch auf Abruf geben sollte

Lennart Krause

Ja, bitte schaltet das herkömmliche Fernsehen doch einfach ab. Das Medium hat seine beste Zeit hinter sich. Das beginnt doch schon bei dem starren Programm. Das Leben der meisten Menschen hat sich in den vergangenen 30 Jahren verändert. Wir sitzen heute nicht mehr um Punkt 20 Uhr vor dem Fernseher, schauen Tagesschau und anschließend das, was die Glotze hergibt. Und mit „wir" meine ich nicht nur jüngere Generationen. Auch meine Eltern, beide Anfang 60, habe keine Lust mehr, sich der Programmdiktatur zu unterwerfen. Heute will man dann, wenn man Lust hat, die Sendung sehen, auf die man Lust hat. Ohne Werbeunterbrechung. Dass ich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe, belegen übrigens die stetig steigenden Nutzerzahlen der Streamingdienste. Egal ob Netflix, Amazon Prime oder wie sie alle heißen, diese Dienste bieten das, was sich Film- und Serienfans heute wünschen: Ein flexibles, vielschichtiges Angebot auf Abruf. Und vor allem ein niveauvolles. Nicht das Fernsehen, sondern die Streamingdienste sind es heute, die innovative Serienkonzepte umsetzen und die den Mut haben, anspruchsvolle Drehbücher zu verfilmen. Eine solche Aussage lässt sich insbesondere übers Privatfernsehen schon seit Jahren nicht mehr treffen. Die Sender beschreiten den gegenteiligen Weg und senden immer mehr Schrott. Aber Hauptsache billig zieht heute nicht mehr, darum werden diese Sender auch bald am Ende sein. Und auch die Öffentlich-Rechtlichen senden nur noch selten hochwertige Eigenproduktionen. Stattdessen werden Millionen für Fußball und skandinavische Krimis verpulvert. Schluss auch damit! Und komm jetzt niemand mit dem Argument, dass Fernsehen im Gegensatz zu Netflix und Co. umsonst wäre. Das ist es nicht, man denke nur an die GEZ. Wenn ich wählen könnte, würde ich jedenfalls die Kohle lieber für Streamingdienste ausgeben. Weil das Programm einfach besser ist.

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