Weiss Gehen Sie hin

Manche Menschen schleppen sich zum Arbeitsplatz, ganz egal wie es ihnen geht – andere bleiben schon beim ersten Kratzen im Hals zu Hause. Diese unterschiedliche Leidensfähigkeit kann zu Spannungen führen. Aber was ist denn nun richtig? Zu Hause bleiben oder zur Arbeit gehen? Unsere Autoren streiten über dieses Thema.

Julian Rüter

Wir kennen Sie doch alle: Unverbesserliche Krankfeierer, die am anderen Ende des Büros nur einen entfernten Huster oder Nieser hören müssen und gefühlt zwei Stunden später kränkelnd auf ihrem Stuhl sitzen. Am nächsten Tag sind sie dann, wie sollte es auch anders sein, krank. Am besten direkt mit gelbem Schein für die nächsten Tage. Mal ehrlich, das geht gar nicht. Diese Krankmelder bringen nicht nur ihrem Arbeitgeber einen Verdienstausfall, sie bedeuten für die Kollegen auch direkt doppelte Arbeit. Da sollte sich doch mal jeder vor dem nächsten potenziellen Krankheitstag fragen, ob er denn wirklich so krank ist, dass er im Bett bleiben muss. In vielen Fällen können wir doch ruhig mal offen sein: Es ist nicht so. Aber so ein paar Tage mit verschnupfter Nase zu Hause zu sein, tun ja schließlich auch mal gut. Schluss damit! Es gehört sich einfach nicht, seine Kollegen im Stich zu lassen und sich selbst in den eigenen vier Wänden einen lauen Lenz zu machen. Jeder Deutsche fehlt im Jahr durchschnittlich zehn Tage krank auf der Arbeit. Im europäischen Vergleich liegen wir damit natürlich über dem Durchschnitt Aber noch mal kurz zurück – zehn Tage!!! Woher kommen die denn bitte? Es ist ja nicht so, dass man sich jedes Jahr eine richtig dicke Grippe einfängt und mal direkt für eine ganze Woche flach liegt. . . Natürlich, so ehrlich muss man sein, gibt es manchmal Situationen, in denen man nicht anders kann, als dick eingepackt seine Krankheit auszukurieren. Aber wegen eines Schnupfens, einem unangenehmen Grummeln im Bauch oder Kopfschmerzen zu Hause bleiben? Bitte, das muss nun wirklich nicht sein. Nasenspray, Paracetamol, Ibuprofen, Vomex – es gibt doch genug Mittelchen und Pillen, die uns schnell wieder in die Spur bringen. Wer möchte, kann sich natürlich auch mit Schüßler-Salzen vollpumpen, zu Hause inhalieren und zwei Liter Ingwer-Tee am Tag trinken. Hauptsache, er bleibt erst zu Hause, wenn es gar nicht mehr anders geht.

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