Schwarz Bleiben Sie zu Hause

Manche Menschen schleppen sich zum Arbeitsplatz, ganz egal wie es ihnen geht – andere bleiben schon beim ersten Kratzen im Hals zu Hause. Diese unterschiedliche Leidensfähigkeit kann zu Spannungen führen. Aber was ist denn nun richtig? Zu Hause bleiben oder zur Arbeit gehen? Unsere Autoren streiten über dieses Thema.

Martin Fröhlich

Geben Sie es zu, Sie haben sich schon bei dem Gedanken ertappt: Ist der Kollege wirklich so krank oder hätte er arbeiten können und nutzt nur die Gelegenheit zum Blaumachen? Umgekehrt haben Sie bestimmt auch schon morgens mit triefender Nase, Halsschmerzen oder Rückenweh vor dem Spiegel gestanden und sich gefragt: Soll ich wirklich losgehen? Ich bin mir sicher: wir alle haben schon die falsche Entscheidung getroffen. Sind arbeiten gegangen, wenn wir es besser hätten bleiben lassen oder haben uns aufs Sofa gelegt, obwohl es noch gereicht hätte für acht Stunden Mühe. Doch allein die Frage, ob wir den einen Arbeitstag nun durchgestanden hätten ohne zu kollabieren, ist nicht der Knackpunkt. Denn am Rande des Zusammenbruchs steht man zum Glück nur selten, zumindest wenn man einen Bürojob erledigt. Dass man mit Fieber nicht Steinplatten bis zur endgültigen Erschöpfung schleppen sollte, versteht sich von selbst. Für all jene aber, die unsicher sind, ob sie „krank genug" für den gelben Schein sind, hier eine kleine Entscheidungshilfe: 1. Könnte Ihr Leiden ansteckend sein? Dann bleiben Sie um Himmels willen zu Hause, denn Sie tun auch dem Arbeitgeber keinen Gefallen, wenn ihm für ihre zwei, drei Tage des Durchschleppens danach die halbe Mannschaft ausfällt. Heldentum ist da fehl am Platze. 2. Könnte es gefährlich werden, Ihr Leiden zu verschleppen? Könnte das Langzeitfolgen haben? Dann ebenfalls ab aufs Sofa. 3. Haben Sie das Gefühl, dass Sie zum Arzt gehen sollten, würden das aber nicht tun, weil es an einem Arbeitstag nicht zu schaffen ist? Streichen Sie den Arbeitstag und gehen Sie zum Arzt! 4. Glauben Sie, dass zwei Tage Ruhe verhindern würden, dass Sie länger krank darniederliegen? Dann gönnen Sie sich die Auszeit. Sie merken wohin das führt: Wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen wirklich nicht gut geht, dann bleiben Sie zu Hause.

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