Würstchen: „Rocky“ (Jan Henrik Stahlberg) galt mal als der „größte Stecher von Wuppertal“. - © Foto: Alamodefilm
Würstchen: „Rocky“ (Jan Henrik Stahlberg) galt mal als der „größte Stecher von Wuppertal“. | © Foto: Alamodefilm

Kultur Jan Henrik Stahlberg stellt „Fikkefuchs“ vor

Kino mit Gästen: Autor Wolfram Fleischhauer begleitet den Regisseur ins Lichtwerk

Bielefeld. Mit zarter Feder hat Jan Henrik Stahlberg noch nie Filme gedreht, „Muxmäuschenstill“ und „Bye Bye Berlusconi“ waren Satiren der derberen Sorte. Auch sein neuer Film „Fikkefuchs“ ist nichts für zarte Gemüter. Es geht darin um den Zustand der Männlichkeit. Regisseur, Co-Autor und Hauptdarsteller Jan Henrik Stahlberg wird seine satirische Komödie am Sonntag, 12. November, 18 Uhr, im Lichtwerk vorstellen. Mit dabei ist auch Drehbuchautor Wolfram Fleischhauer. Der Schriftsteller, der acht Romane („Die Purpurlinie“, „Die Frau mit den Regenhänden“) und ein Jugendbuch („Die Verschwörung der Engel“) veröffentlicht hat, schrieb für „Fikkefuchs“ sein erstes Drehbuch. Die Initialzündung war für ihn das Theaterstück „Die Vagina-Monologe“ von Eve Ensler. „Das habe ich in Paris gesehen und fand es großartig. Doch dann, als ich aus dem Theater rausging, dachte ich, jetzt muss auch jemand ,Die Penis-Monologe’ schreiben. Man kann das ja nicht einfach so stehen lassen“, sagt der Autor. Auch Stahlberg reizte es, etwas über Sexualität von Männern zu erzählen. „Ich glaube, da reden wir Männer ganz einfach nicht so gern drüber“, erklärt er. Der Film erzählt eine Vater-Sohn-Geschichte: Es gab mal eine Zeit, da konnte Rocky (Jan Henrik Stahlberg ) sie alle haben. Er spielte französische Chansons, und die Frauen schmolzen dahin. Das ist zwar längst vorbei, aber als Thorben (Franz Rogowski) vor seiner Tür steht, wird er noch einmal herausgefordert. Der junge Mann, der behauptet, sein Sohn zu sein, weiß nicht, wie man Frauen „flachlegt“ und Rocky soll es ihm beibringen. „In diesem Film geht es nicht um Frauen als Opfer, sondern Männer, die sie zu Opfern machen und eben dabei selbst total arme Würste sind“, sagt Stahlberg. Es geht um die fehlgeleitete Identitätssuche zweier Männer, die nie gelernt haben, mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen in adäquater Weise umzugehen. „Das ist mir tatsächlich erst bei der Recherche aufgefallen, dass Männer da noch sehr einsam sind in ihrer Bedürfniswelt. Das ist generell in der Gesellschaft aber auch beispielsweise in der Kunst so“, sagt Stahlberg. Um den Film kompromisslos und politisch unkorrekt umsetzen zu können, wurde er ohne Fördergelder und TV-Beteiligung gedreht. Stattdessen initiierten Stahlberg und seine Mitstreiter eine Crowdfunding-Kampagne und steckten eigene Mittel in die Produktion. „Fikkefuchs“ hatte auf dem Filmfest München Premiere wurde sehr unterschiedlich aufgenommen. „Gerade Männer schienen oftmals tief berührt und meinten, der Film spräche ihnen total aus der Seele, gäbe ihnen ein Gefühl von Befreiung oder sogar das Gefühl, nicht alleine zu sein“, berichtet Stahlberg. ´?Karten gibt es unter www.lichtwerkkino.de und zu den Vorstellungszeiten unter Tel. 5 57 67 77.

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