Das nächtliche Bielefeld ziert das Cover des neuen Bands von Heike Rommel. - © Sarah Jonek
Das nächtliche Bielefeld ziert das Cover des neuen Bands von Heike Rommel. | © Sarah Jonek

Bielefeld Heike Rommel legt ihren 3. Lokalkrimi vor

Heike Krüger

Heike Krüger

Bielefeld. Erst vor kurzem ist Heike Rommel aus dem Urlaub auf Baltrum zurückgekehrt. Dort spielen zwei zentrale Szenen ihres neuen Krimis „Zwischen Schatten und Licht" (KBV Verlag, 10,95 Euro), der inzwischen als dritter Band die Geschichten rund um das Bielefelder Ermittlerteam von Dominik Domeyer weiter fortschreibt. Die 55-Jährige kennt die kleine Nordseeinsel sehr genau. Deshalb war es Ehrensache, dass Baltrumer Locations im neuen Werk auftauchen. Die überwiegende Handlung allerdings spielt wieder in Bielefeld. Und der Aufhänger, ein Giftmord an einer Jazzsängerin, geschieht im Bunker Ulmenwall. Zu jenem hat Rommel ebenfalls ein besonderes Verhältnis: Als Mitglied der VHS-Jazzwerkstatt hat sie dort in den 80er Jahren Auftritte am Saxophon gehabt. Unterschiedliche Settings, selbst für polizeiliche Vernehmungen (eine findet in der Küche des Jazzband-Trompeters statt) liegen Heike Rommel am Herzen: „Das ist interessanter, als alles nur im Präsidium anzusiedeln", sagt sie. Überhaupt spielen die Figuren, ihre privaten Schwächen, Themen und Entwicklungen in ihren Büchern immer eine wichtige Rolle. Die Ermittler genau zu skizzieren, macht der ausgebildeten Psychologin, die in Bethel in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen arbeitet, besonders viel Spaß. Ihre Fälle wirken dadurch plastischer, die Polizisten nahbar und menschlich. Bestimmt, mutmaßt die Bielefelderin, habe das damit zu tun, dass ihr früh verstorbener Vater bei der Kripo gearbeitet habe. Kenntnisse dieses Metiers kann man also voraussetzen. Im aktuellen Band, an dem sie etwa eineinhalb Jahre schrieb – immer zu festen Zeiten in der Freizeit und entlang eines genau ausgeklügelten Szenenplans – spielt der behinderte Bruder der Ermittlerin Nina Tschöke eine wichtige Rolle. Kai, ein junger Mann mit Down Syndrom, hat während des Konzerts, in dem die Sängerin zusammenbricht, Verstörendes beobachtet. „Ich arbeite gezielt mit Kais Schwäche, das Gesehene nicht recht einordnen zu können. Das wird ihn letztendlich auch in Gefahr bringen", deutet die Autorin an. Lesungen aus dem neuen Band sind bereits geplant, die erste am 21. September im Heimathaus Jöllenbeck ist sogar schon ausverkauft. Für den 23. November, 19.30 Uhr, ist eine Lesung in der Alten Vogtei in Heepen vorgesehen, am 1. Dezember, um 19.30 Uhr in der Bethel-Bücherei. Auch Münster als Lesungsort liegt im Visier der Autorin. Der vierte Band ist bereits in Arbeit: Darin wird der Tierpark Olderdissen ein zentraler Ort sein: „Es geht um einen Unfall, der keiner ist", sagt Rommel geheimnisvoll. Auch hier wird sie nebenbei die Geschichte ihrer Ermittler weitererzählen.

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