Zu gewinnen: Drei Exemplare von "Korrosion", dessen Cover rostrot gestaltet ist. - © Andreas Fahl
Zu gewinnen: Drei Exemplare von "Korrosion", dessen Cover rostrot gestaltet ist. | © Andreas Fahl

Literatur Packender Thriller "Korrosion": Gewinnen Sie eines von drei Exemplaren

Autor Peter Beck hat mit Bankmitarbeiter Tom Winter einen außergewöhnlichen Protagonisten geschaffen

Julia Gesemann

Das Gewinnspiel ist beendet Zwei außergewöhnliche Mordfälle, ein Millionenerbe, ein robuster Ermittler und eine Reise um die Welt: Nach "Söldner des Geldes" führt Autor Peter Beck in "Korrosion" die Geschichte um Tom Winter, Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank, spektakulär fort. Das ist auch etwas für Neueinsteiger. Warum Sie den Thriller lesen sollten: Die Geschichte Ein Bäcker, der im Jahr 1971 tot in seinem eigenen Ofen gefunden wird, karamellisiert und bei lebendigem Leibe gebacken. Eine vereinsamte alte Frau, die an Weihnachten in ihrer ärmlichen Wohnung erschlagen wird. Tatverdächtig ist ein Sudanese, der aber flüchtig ist. Die tote Bernadette Berger hinterlässt überraschenderweise ein Millionenerbe. Doch das Testament darf erst vollstreckt werden, wenn geklärt ist, welches der Kinder am Tod ihres zweiten Ehemannes schuld ist. Womit wir wieder beim karamellisierten Bäcker wären. Auf der Suche nach den drei Kindern und potenziellen Erben reist Tom Winter, Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank, auf die Azoren, nach Nürnberg und nach Manchester. Dabei gerät er in einen Sumpf aus Missbrauch und Rache, Geiz und Gier. Eine Geschichte mit immer wieder überraschenden Entwicklungen. Der Protagonist Tom Winter, Ex-Polizist. Er liebt die Einsamkeit und die Natur, ist ein Einzelgänger. Keine Familie, keine Freundin, keine Kinder. Aber einen Kater hat er. Und ein alter Bauernhaus, das er selbst renoviert. Er ist begeisterter Skifahrer und macht Judo. Nichts bringt ihn aus der Ruhe. Nach seiner Polizeikarriere ist er nun Sicherheitschef einer diskreten Privatbank, die vor allem vermögende Kunden betreut. Bernadette Berger gehört dazu. Die millionenschwere Dame erscheint nicht zu einem Termin, was so gar nicht ihre Art ist. Winter schaut nach dem Rechten - und entdeckt die alte Dame in ihrer Wohnung, ermordet, mit einem klaffenden Loch im Kopf und einer Stricknadel im Auge. Ein schauriges Szenario. "Tote Menschen waren schlecht fürs Geschäft." (S. 35) Also muss Winter ran - und befindet sich als Bankmitarbeiter plötzlich mittendrin in einem Mordfall. Nicht realistisch, aber außergewöhnlich und packend. Kleines Manko: Tom Winter wirkt teilweise sehr überzeichnet. Er kommt als beinharter Ermittler daher, überlebt Lawinenabgänge, Messerangriffe, Schießereien, Vergiftungen und Gletscherstürze - und das alles mit gebrochenem Arm, geprellten Rippen und Schlafmangel. Gleichzeitig übernimmt er die Arbeit der Polizei und deckt so manche Dinge auf, die lieber verborgen geblieben wären. Respekt! Hat was von einem Schweizer James Bond. Aber schließlich ist es eine fiktionale Geschichte. Warum also nicht. Zumal die Mischung passt: Wenn es angebracht ist, zeigt Tom Winter Gefühl, trauert zum Beispiel um seinen aufgespießten Kater Tiger oder verliebt sich auf den Azoren. Das macht den Protagonisten wieder sympathisch - und zum Glück nicht ganz so superheldenhaft. Aktueller Bezug Neben dem Mordfall nimmt sich Autor Peter Beck auch einem sehr aktuellen Thema an: Er widmet das Buch "den vielen namenlosen Flüchtlingen". In kurzen Einschüben (im Buch kursiv abgedruckt) erzählt er die Leidensgeschichte des Sudanesen Tijo Obado, der nach dem Tod seiner Frau und seiner beiden Töchter unbedingt nach Europa fliehen wird. Warum? Das bleibt lange unklar. Deshalb stören diese Rückblenden auch etwas den Spannungsaufbau der Geschichte. Der Leser wird immer wieder für ein bis drei Buchseiten aus dem actiongeladenen Geschehen herausgerissen. Entschädigt wird das allein dadurch, dass am Ende beide Erzählstränge zusammengeführt werden und sich alles auflöst. Inklusive einem überraschenden Ende, das unter die Haut geht. Das Fazit Obwohl es schon der zweite Band mit Protagonist Tom Winter ist, finden Neuleser, die ihn noch nicht kennenlernen durften, problemlos in die Geschichte. Autor Peter Beck nutzt eine wunderbar bildhafte Sprache und schafft es, Landschaften und Schauplätze so detailreich und atmosphärisch zu beschreiben, dass der Leser sich sofort an die Orte versetzt fühlt. Zur Authentizität tragen auch die Schweizer Vokabeln bei (Pendüle statt Pendeluhr). "Korrosion" ist ein überzeugender Thriller, der durch die szenischen Schilderungen beklemmend und verstörend, zeitgleich aber auch mitreißend und faszinierend ist. Spannende und actiongeladene Passagen folgen so schnell aufeinander, Cliffhanger sind so geschickt platziert, dass der Leser gar nicht schnell genug umblättern kann. Ein echter Pageturner also, mit raffinierter Handlung und einem überraschenden Ende. Das Buch Peter Beck Korrosion Thriller Broschur Emons Verlag 352 Seiten 11,90 Euro ISBN 978-3-7408-0040-6 Der Trailer:

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