Interview mit dem Detmolder Krimiautor Sven Koch

Über das Böse, Regionalkrimis und guten Kaffee

Detmolder Krimiautor Sven Koch im Interview - © DETMOLD
Detmolder Krimiautor Sven Koch im Interview | © DETMOLD

Bielefeld/Detmold. Die Kriminalpsychologin Alex Stietencron ist wieder einem Serienmörder auf der Spur. Er foltert und verbrennt Frauen auf dem Scheiterhaufen, die Anhängerinnen der Hexen-Religion Wicca sind. "Brennen muss die Hexe" heißt der spannende neue Krimi des Detmolder Schriftstellers Sven Koch. Anke Groenewold sprach mit dem 42-Jährigen.

Herr Koch, hat Sie das Motiv der Hexenverbrennung interessiert, weil es sich einem gebürtigen Lemgoer geradezu aufdrängt, oder gab es andere Auslöser für die Geschichte?
SVEN KOCH: Einerseits hatte mich der Begriff Medieval-Crime beschäftigt. Damit bezeichnet man Romane wie "Der Name der Rose" – also Genre-Crossover aus Historischem Roman und Krimi. Ich wollte das gerne umdrehen und etwas Mittelalterliches ins Heute ziehen. Das Motiv der Hexenverbrennungen beschäftigt mich schon sehr lange, und Lemgo hat damit verlässlich etwas zu tun. Man kann dem Thema dort auf Dauer kaum entkommen.

Information
Sven Koch
  • Geboren 1969 in Lemgo, lebt in Detmold, hat zwei Kinder und eine Katze. Er arbeitet hauptberuflich als Redakteur der Lippischen Landes-Zeitung
  • 2010 erschien Kochs erster Thriller "Purpurdrache" bei Knaur (464 S., 8.99 ð). In dem neuen Krimi "Brennen muss die Hexe" (400 S., Knaur, 8,99 ð) gibt es ein Wiedersehen mit der taffen Profilerin Alex Stietencron
  • Koch ist ebenfalls Fotograf. Er singt und zupft den Bass in seiner Punkrock-Band "The Jerks". Mit den "Golden Boys" spielt er Rock’n’Roll, Rockabilly und Swamp-Blues.
  • Infos unter: www.sven-koch.com

Der Journalist und Schriftsteller Sven Koch mit seinem zweiten Krimi. - © FOTO/MONTAGE: VERA GERSTENDORF-WELLE
Der Journalist und Schriftsteller Sven Koch mit seinem zweiten Krimi. | © FOTO/MONTAGE: VERA GERSTENDORF-WELLE

Wie weit sind Sie bereit, für die Recherche für ein Buch zu gehen, oder spielt sich das vor allem am Computer ab? Haben Sie sich mal zur Probe auf die Folter spannen lassen?    
KOCH: Ich war in Münster einen Tag lang in der Rechtsmedizin, habe mir das Schießen mit Polizeiwaffen beibringen lassen und mit Wicca, neuen Hexen, gesprochen, forensische Literatur gelesen sowie Untersuchungen über medizinische Folgen von Folterungen oder Protokolle peinlicher Befragungen. Ich habe mich aber keiner unterzogen. Peinliche Dinge erlebt man ohnehin genug.

Das Buch spielt wieder in der fiktiven westfälischen Stadt Lemfeld. Einige Orte scheinen von realen in OWL inspiriert zu sein, aber Ihre Bücher sind dennoch nicht konkret in der Region verankert. Warum nicht?
KOCH: Ich wollte nicht in die Regionalkrimi-Schiene geraten. Das kann schnell passieren, wenn man konkret wird mit Ortsbeschreibungen. Beileibe habe ich nichts gegen Regiokrimis, ich schreibe bloß keine. Zudem wollte ich mir meine Welt so bauen, wie sie mir gefällt. Andere Autoren machen das vor: Karin Slaughter schreibt über den fiktiven Ort Heartsdale in Georgia, Stephen King hat sein Derry in Maine. Beide lese ich sehr gerne.

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