OWL Künstler sucht Fläche für riesiges Rasenbild

Ralf Witthaus arbeitet mit der Motorsense - Bild soll in OWL und Neuseeland entstehen

Herford. "Wo ist das Bohrloch nach Neuseeland?" fragt Künstler Ralf Witthaus, und hofft die Antwort darauf in der kommenden Woche zu erhalten. Dann geht er in seiner ostwestfälischen Heimat auf die Suche nach einer Wiese, auf der mit Motorsensen eine riesige Zeichnung entstehen soll, die ein Stück Neuseeland zeigt. Dort soll umgekehrt eine Zeichnung mit einem Stück Ostwestfalens zu sehen sein. Der in Bad Oeynhausen geborene, in Löhne aufgewachsene Witthaus, ist der erste Künstler, der mit seinem Projekt "The Appointment – Das Bohrloch nach Neuseeland" für die Ausstellung "Nutzflächen-OWL3 – Kunst in Ostwestfalen-Lippe" ausgewählt wurde. Die wird im Sommer 2013 im Marta zu sehen sein und mit OWL verbundene Künstler vorstellen. "Gemeinsam mit einem mehrköpfigen Team mäht Witthaus riesige Zeichnungen in Rasenflächen", erklärt Friederike Fast, die die Ausstellung kuratorisch betreut. Durch seine biografischen Wurzeln und seine Arbeit mit der Nutzfläche "Wiese" habe er sich als Ausstellungsteilnehmer angeboten. Während das Marta-Team nach intensiven Recherchen weitere Künstler auswählen wird, beginnt für Witthaus die Arbeit mit der Suche nach einer geeigneten Fläche. Die Zeichnung wird kreisrund und einen Durchmesser von 100 Metern haben, so dass eine Fläche von mindesten 8.000 Quadratmetern benötigt wird. Spätestens im September sollen bis zu 20 Helfer daran gehen, das Bild in den Rasen zu mähen, das für etwa drei Wochen zu sehen sein wird. "In der Marta-Ausstellung 2013 wird nur eine speziell für das Marta konzipierte Dokumentation zu sehen sein", sagt Marta-Direktor Roland Nachtigäller. Während Witthaus im Raum OWL Kunstfreunde aufruft, ihm geeignete Standorte zu nennen, hat er mit dem Botanischen Garten im Neuseeländischen Auckland einen potenziellen Standort gefunden, der auf Karten vielversprechend aussieht. Ein Besuch soll klären, ob Künstler und Grundeigentümer zusammenkommen können. "Wenn man in OWL ein senkrechtes Loch bohrt, kommt man natürlich nicht in Neuseeland, sondern im Wasser heraus", sagt der Künstler, aber Neuseeland sei die typische Antwort des Vaters auf die kindliche Frage gewesen, was auf der anderen Seite der Erdkugel sei. Insofern habe die Arbeit neben dem ideellen geografischen auch einen biografischen Hintergrund. Für Witthaus ist die Arbeit Auftakt zum Zyklus "Die Internationale Rasenschau Gesellschaft", der zehn Arbeiten mit markanten Rasenflächen umfassen soll. Die Arbeiten finanziert der Künstler über ein Netzwerk von Helfern, Spendern und Sponsoren. Es geht ihm dabei nicht nur um die Finanzierung, sondern um den Dialog mit den Kunstfreunden. Über www.facebook.de/rasenmaeherzeichnungen und per Mail an ralfwitthaus@gmx.de ist der direkte Kontakt möglich.

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