Schöne Aussicht: Der Schriftsteller Matthias Löwe steht an der Sparrenburg. Foto: Maria Frickenstein - © Maria Frickenstein
Schöne Aussicht: Der Schriftsteller Matthias Löwe steht an der Sparrenburg. Foto: Maria Frickenstein | © Maria Frickenstein

Kultur Krimi um Arminia

Das Opfer in Matthias Löwes neuem Roman "Almfieber" ist ein Arminia-Spieler. Ermittler Bröker nimmt gewohnt gemächlich die Fährte auf. Löwe baut viel Lokalkolorit ein.

Maria Frickenstein

Bielefeld/Münster. In Bad Oeynhausen ist er geboren, in Löhne aufgewachsen. Mathematik und Physik studierte Matthias Löwe in Bielefeld. Seither ist er der Stadt am Teutoburger Wald beruflich wie freundschaftlich verbunden. Löwe schreibt Krimis und auch der vierte Fall mit Bielefelder Lokalkolorit ist für den urigen Ermittler und eingefleischten Ostwestfalen Bröker ein kniffliger Fall. Tatort ist die Alm, das Opfer ein Armina-Spieler. Seit 2003 lehrt Matthias Löwe an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Im Wintersemester steht Stochastik im Vorlesungsverzeichnis, die Mathematik des Zufalls. Es geht um diskrete Wahrscheinlichkeitsräume, Statistik und „Struktur im Zufall“, letzteres der Titel seines Fachbuchs. Auch über die Beziehung von Mathematik und Schönheit weiß er zu berichten. Trotz aller wissenschaftlichen Fülle ist das Krimi-Genre Löwes zweite Passion. Aber keine Bange, auch Brökers vierter Fall „Almfieber“ bringt den Leser dank kurzweiliger humorvoller Zerstreuung nicht um den Schlaf. Brökers vierter Fall ist eine Herzenssache Bröker ist ein friedfertiger wie großzügiger Privatier und lebt in einer kleinen vererbten Villa vom Erbe seiner Mutter. Der Bielefelder liebt sein verwaschenes Arminia Fantrikot, gutes Essen und leckeren Wein, ebensolche Musik und die Hausbibliothek, in der er sich gerne zum Nachdenken zurückzieht. Nachdenken heißt bei Bröker, er ist einem Täter auf der Spur. Als Ermittler sieht er sich nicht, aber er tut’s trotzdem, den Detektiv spielen. Dabei hilft ihm sein junger Mitbewohner Gregor mit PC und Vespa. Auch Mütze, sein Freund bei der Polizei, ist auf seiner Seite und die Journalistin Charly. Brökers vierter Fall ist eine Herzenssache, denn Arminia verliert einen Fußballer mitten im Spiel und der Arminiafan ist an seinem Transistorradio quasi live dabei. Bröker will es genau wissen und seinen Lieblingsverein vor Gerüchten schützen. Doping mit Todesfolge könnte es sein und auch ein Mord unter Spielerkollegen scheint möglich. Wie gewohnt zeigt sich Bröker gemächlich und nimmt genauso die Fährte auf. Das kann schon mal dauern und so ist es ruckzuck Seite 71, bis er aktiv wird. „So gemütlich wie Bröker bin ich nicht“, lacht Matthias Löwe, der seinem westfälischen Urgestein gerne noch weitere Fälle bis zum vollen Dutzend bescheren möchte. In der Mathematik folgt er strikten Spielregeln. Beim Schreiben nutzt der 52-Jährige alle Freiheiten. Die Figur sei ganz unvermittelt aufgetaucht und begleite ihn seit 2010, so der Autor. Die ersten Seiten entstanden in Italien Erste Gedanken zum „Almfieber“ entstanden in Frankreich. Am Lago Maggiore in Italien schrieb er die ersten 150 Seiten. Finde er täglich Zeit zum Schreiben, stehe die erste Fassung nach zwei Monaten. Einige Überarbeitungen folgen, dieses Mal ohne die frühere Mitautorin Lisa Glauche. Viel Lokalkolorit baut der Autor in seinen Roman ein, darunter Brökers Lieblingsort „Café Wunderbar“, wo er sich gern mit Mütze nach einem Arminia Heimspiel ein Bier genehmigt. „Ich lese viel“, sagt Matthias Löwe und meint dabei vor allem den Genuss von Hörbüchern bei langen Spaziergängen mit seinen zwei Hunden durch Feld und Flur. Thriller von Tess Gerritsen gehören dazu, Herman Melvilles „Moby Dick“, auch Romane von Dan Brown. Zum fünften Fall in spe gibt es bereits erste Ansätze, gesammelt in der Datei „Bröker.neu“. Hier werden sicherlich bald auch Einfälle, Gefundenes und Plots für Bröker stehen, Tatort, Mord und Mörder und wie alles geschah. Matthias Löwe: „Almfieber“, 384 S., Pendragon, 13,50 ð. Der Autor liest am Mittwoch, 31. Januar, 20.30 Uhr, bei Thalia, Oberntorwall 23.

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