Gemeinsam: Jeder der insgesamt 37 Künstlerinnen und Künstler, die zum Fototermin nicht alle kommen konnten, stand vor der Wahl, sich für ein Bild zu entscheiden, mittendrin sitzend Galeristin Suncana Dulic. - © Foto: Maria Frickenstein
Gemeinsam: Jeder der insgesamt 37 Künstlerinnen und Künstler, die zum Fototermin nicht alle kommen konnten, stand vor der Wahl, sich für ein Bild zu entscheiden, mittendrin sitzend Galeristin Suncana Dulic. | © Foto: Maria Frickenstein

Kultur Jeder nur ein Bild

Ausstellung: Die Galeristin Suncana Dulic bat Künstlerinnen und Künstler aus Bielefeld und Umgebung um jeweils ein Werk – zu sehen sind sie nun im „atelier D“ unter dem Titel „Carte Blanche“

Frickenstein

„Carte Blanche“ heißt die neue Ausstellung im „atelier D“, was so viel heißt wie „Alles ist erlaubt“. 37 Künstler nutzen den Freibrief, der sie nicht an ein Thema bindet, wohl aber an die Maße 50x70 Zentimeter für Bilder, plus 50 Zentimeter Raumtiefe für plastische Arbeiten. Beinahe das gesamte Künstler-Alphabet ist in dieser Ausstellung zu sehen, von „B“ wie Jutta Börger und Imke Brunzema über „K“ wie Doro Köster und Mariusz Kuklik bis zum „W“ wie Wolfgang Waesch und Weizenfeld. „Es sind Künstler, denen ich blind vertraue“, sagt die Modedesignerin und Galeristin Suncana Dulic. Sie setzt auf ein demokratisches Konzept, auf Gleichklang, Dissonanz und Dialog. Im Schaufenster steht die eigens zur Ausstellung angefertigte weiße Kiste „Interna“ von Birgit Rückert. Durch zwei Schlitze ist eine „innere Landschaft“ einsehbar. Gleich beim Eintreten in die Galerie blickt man in Gesichter. Ein Halbrelief von Michael Strauß ist dabei, das aus einer Grundfläche aus Pappe in den Raum ragt, ein Gesicht wie gelebtes Leben.Der dichte urbane Raum in einer schwebenden Konstruktion Carola Behring zeigt Masken, vier Gesichter, vier Blickwinkel, die sich zu einer dynamischen Landschaft formen. Gabriele Undine Meyer präsentiert in einer Fotoarbeit den dichten urbanen Raum in einer schwebenden „Konstruktion“. „Cocodile road“ nennt Wolfgang Meluhn sein Bild, eine Straße, die ihrem Namen alle Ehre macht. Viel Natur zeigt sich auf der zweiten Galeriewand. Harald Kinski erzählt von der Schwierigkeit, sich für ein Werk zu entscheiden. „Wer bin ich? Was macht meine Arbeit grundsätzlich aus?“, fragte er sich. Seine Entscheidung fiel auf eine Landschaft, die auch dort entstanden sei, zwischen Vilsendorf und Obersee. „Sommerdrohung“ erzählt von der dunklen herannahenden Wolke, von Naturgewalt, vom Licht, das ein Rapsfeld in blaues Licht taucht. Monika Vesting sammelte Gold, Silber und Glitzer, fertigte eine Collage, die den Schein der Echtheit wahrt. Auf der dritten Wand prangt ungestümes Leben, das viele Fragen gebiert. „Auguste“ nennt Angelika Schneidewind das Foto einer Puppe im Efeu. Eine Hommage an ihre Oma sei es, die stets viel Klarheit bewies. Im urbanen Raum bewegt sich Patrick Houven künstlerisch seit längerem. Autos sieht man, geballte Straßenschilder, unendliche Schnelligkeit im Chaos, wie eine abgerissene Plakatwand. Auf Stoff arbeitet Frauke Lara Düll, Fliegen im Weinglas, eine kleine, bizarre Welt. Eröffnet wird die Ausstellung „Carte Blanche“ an diesem Samstag, 9. Dezember, um 16 Uhr. Bis zum 10. Februar sind die Arbeiten in der Galerie „atelier D“, Rohrteichstraße 30, zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, samstags 10.30 bis 15 Uhr. Kontakt unter Tel. 58 49 54 20.

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