Muscheln und Blumen: Peter Flachmann vor seinen Bildern. - © Foto: Maria Frickenstein
Muscheln und Blumen: Peter Flachmann vor seinen Bildern. | © Foto: Maria Frickenstein

Kultur Der gelenkte Blick des Malers

Produktiv: Der 79-jährige Künstler Peter Flachmann zeigt bis zum 6. Januar in der Galerie „Kunst & Leben“ neue Bilder

Frickenstein

Einige Monate machte er Pause. Jetzt ist der Maler Peter Flachmann wieder mit Arbeiten in einer Ausstellung zu sehen. „Wenn ich ein Thema habe, arbeite ich mit Volldampf“, sagt der 79-Jährige. Drei großformatige Werke stechen sogleich ins Auge. Muscheln in Übergröße, Herzmuschel, Auster, Spindelschnecke, auch gebänderte Steine, Bernstein und Obsidian aus Sizilien, vulkanisches Gesteinsglas, schwarz, scharfkantig, glänzend. „Es sind Fundstücke aus Italien, Frankreich, Schweden“, klärt Flachmann auf. In großzügiger Geste malt der Maler, in verschwenderisch üppigen Farben, auch bei seinen Stillleben. Ein halbierter Apfel präsentiert seine saftige Schnittfläche mit dem Kerngehäuse. Volle blaue Trauben korrespondieren in Farbe und Form mit einer Kugelvase, die wie eine polierte Frucht glänzt. Tulpen verschmelzen in ihrer Vielfarbigkeit mit dem Umfeld.„Die Giusti Gärten in Verona sind für mich ein idealer Platz“ „Ich kann es nicht lassen“, sagt der Maler und lacht. Gemeint ist seine Lust auf Italien, die toskanischen Landschaften, hügelige Natur, sich sanft verströmendes Licht. Flachmann begab sich malerisch zu den Zeugnissen des berühmtesten italienischen Architekten der Renaissance, Andrea Palladio. „Die Giusti Gärten in Verona sind für mich ein idealer Platz“, sagt der Maler und verweist auf das Zusammenspiel von Buchsbaumhecken mit Buchsbaumkugel und Zypresse, die Goethe einst auch in seiner „Italienreise“ beschrieb. Durch die Säulen der Villa Rotonda in Vincenza fällt der Blick des Künstlers in eine grüne Idylle. Im Garten der Villa Allegri Arvedi bei Verona wandern die Augen vorbei an zwei Skulpturen, vorbei an hohe Formgehölze auf einen Brunnen zu, ohne dass der Blick in die Ferne abbricht, ein lebendiger Realismus auf der Leinwand, geprägt durch das leidenschaftliche Erleben des Malers. Neu sind auch Peter Flachmanns flink mit Kohlestift und Ölkreide geschaffenen Motive. Ein Tisch in der Landschaft mal nah, mal entfernt, entstand, auch Zitronen am Vulkan Ätna auf Sizilien. Die Spontanität des Malers spiegelt sich auch in diesen Bildern wider, ein belebter Augenblick des Innehaltens. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 6.1. in der Galerie „Kunst & Leben“, Breite Straße 23. Öffnungszeiten: Di .-Fr. 10-13 Uhr und 14.30-18.30 Uhr. Sa. 10-13 und 14-16 Uhr. Kontakt: Tel. 52 20 07 77.

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