In Search of a Rose: „Maze“ an der Mandoline und Joanne O’Linn an der Fiddle in Aktion. FOTO: RALF BITTNER - © Ralf Bittner
In Search of a Rose: „Maze“ an der Mandoline und Joanne O’Linn an der Fiddle in Aktion. FOTO: RALF BITTNER | © Ralf Bittner

Kultur Rock’n’Folk zum Abtanzen

Neue Schmiede: Seit 25 Jahren steht die Formation „In Search of Rose“ aus Lemgo auf der Bühne

Ralf Bittner

Bielefeld. Mit dem gefühlvollen A-capella-Song „Canada“ schmeichelt sich Joanne O’Linn, hauptamtlich Fiddlerin von „In Search of a Rose“, als Sängerin bei den Zuhörern in der Neuen Schiede ein. Beim folgenden „Misty Mountains“ sorgt sie auf ihrer Geige für das Intro. Statt irischer Rahmentrommel setzen dann Schlagzeug, E-Gitarre, Bass und Mandoline ein. Das Stück aus dem Jahr 1994 wird von Folk zum treibenden Rocksong, der von Anfang an noch vorne geht. Der frühe Song zeichnet in sich die musikalische Entwicklung der in Lemgo gegründeten Band im Kleinen nach. Die Band begann als traditionell besetzte Folkformation, integrierte bald E-Gitarre, Bass und Schlagzeug und wandelte sich so zu einer Band, die heute in ihren meist selbst geschriebenen Songs Rock, Pop und Punkrock temporeich vermischt, ohne dabei die Wurzeln im Folk zu vergessen.Selbst das Geheimnis des Bandnamens wird gelüftet Die Mitglieder Rudi Richman (Gitarre), Ebl Mandingo (Gesang, Mandoline), MacGable (Schlagzeug), Joanne O’linn (Fiddle) und Maze (Gesang, Bass, Mandoline, Gitarre) finden sich für ihre Konzerte aus Münster, Düsseldorf, Detmold, Bielefeld und Lemgo zusammen. Auch wenn das Konzert mit dem 25. Band-Geburtstag zusammenfällt, ist es doch kein Geburtstagskonzert. „Wir sind eine Band aus Schulfreunden, die von der Musik zusammengehalten wird“, sagt Multiinstrumentalist „Maze“. Die Musik von „In Search of a Rose“ ist für die Bühne gemacht, und deutlich ist dem Quintett während der schweißtreibenden zweieinhalb Stunden auf der Bühne der Neuen Schmiede der Spaß am Spielen anzumerken. In der Bandgeschichte gibt es natürlich viele Auftritte in Bielefeld, in Bethel spielt die Formation aber zum ersten Mal. Das Konzert ist eines der ersten unbestuhlten Konzerte überhaupt in diesem Saal, eine gute Entscheidung, denn die Musik geht in die Beine. Da erklingt der „Shamrock’n’Roll“, der genau das ist, was er verspricht, ein schwungvoller Rock’n’Roll-Song. Augenzwinkernd wird bei „I Danced With John Travolta“ zur Polka gefeiert, „If You Got A Pint“ aus den Anfangstagen der Band ist eines der wenigen Trinklieder aus eigener Feder, eine Jugendsünde vermutlich unter Einfluss der „Pogues“ entstanden.Je später der Abend, desto mehr wird vor der Bühne getanzt Jiggs und Reels sind ebenso im Repertoire, wie Traditionals. „The Foggy Dew“, von „Wolf Tones“, den „Dubliners“ oder den Chieftains und Sinead O’Connor mal als pathetisches Kampflied, mal als elegische Ballade interpretiert, wird bei den „Roses“ zur rasanten Tanznummer. Je später Abend, desto mehr wird vor der Bühne getanzt. „Free Polka Jamboree“, „When Will We Be Married“ oder „Shenigans“ lassen auch wenig Zeit zum Verschnaufen. Auch die Band-Biografie hat Spuren in den Songs hinterlassen: „Rebel Town“ ist eine ausgelassene Hymne auf Lemgo. Selbst das Geheimnis das Bandnamens wird gelüftet. Die ursprünglich von den „Waterboys“ veröffentlichte Ballade „In Search Of A Rose“ gibt’s als Zugabe, etwas zum Träumen für den Heimweg.

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