09.02.2016 bielefeld nw bie lokales. konzert stadthalle.: tribute to frank sinatra. sinatra and friends.foto: oliver krato - © oliver krato
09.02.2016 bielefeld nw bie lokales. konzert stadthalle.: tribute to frank sinatra. sinatra and friends.foto: oliver krato | © oliver krato

Kultur Tributshow an Frank Sinatra

In der Bielefelder Stadthalle wurde die Erinnerung an den größten Entertainer seiner Zeit wach

Antje Doßmann

Bielefeld. Mit „Leader of the Pack“ kam die Mädchengruppe „The Shangri-Las“ 1964 groß heraus. Ein Popsong, der auch beim Konzert der Show „Sinatra & Friends“ nicht fehlen durfte, die vor 2.200 Zuschauern in der Bielefelder Stadthalle begeistert gefeiert wurde. Die längst zum Klassiker avancierte Hymne brachte eine der drei unverdrossenen „Goldfinger“-Backgroundsängerinnen, die zu diesem Zwecke in die Haut der Sinatra-Tochter Nancy geschlüpft war, lieblich lächelnd zu Gehör. Dem unvergleichlich coolen Daddy zu Ehren, auf den der Song gemünzt zu sein schien und um den es an diesem Abend zentral ging. Schließlich war er, der sich aus eher bescheidenen familiären Verhältnissen bis an die oberste Spitze des US-Entertainments gekämpft hatte, das Alphatier des legendären „Rat Packs“, dem neben ihm als feste Gesangsgrößen Dean Martin und Sammy Davis Jr. angehörten. Frank Sinatra, der Leitwolf. In diesem Jahr wäre der Smarte, der Ironische, unübertroffen Weltliche 100 Jahre alt geworden. Frank Sinatra, „die Stimme“. Ein Timbre, dem man, so oft es ansetzte zu schmelzenden, seltsam kopfvernebelnden und stimmungshebenden Songs wie „New York, New York“ oder „The Lady Is a Tramp“ , leicht alles nachsah, was Schatten warf über ein immerhin 83 Jahre währendes Leben: skandalträchtige Affären, dubiose Geschäfte, möglicherweise gar Verbindungen zur Mafia. Davon aber war bei „Sinatra & Friends“ vornehm keine Rede. Über die Toten nichts als Gutes. Vielmehr ließen Stephen Triffitt, Mark Adams und George Daniel Long, die in London bereits jahrelang mit ihrem Bühnenprogramm „The Rat Pack – Live from Las Vegas“ Erfolge gefeiert hatten, in ihrer zündenden, mit jeder Menge Drinks und trockenem britischen Humor angereicherten Tributshow den jazzigen, swingenden, groovenden Geist jener Jahre wieder aufleben. Schillernde Jahre, in denen das Vegas-Amerika eines Frank Sinatras dem Rest der Welt vor allem in einem grenzenlos überlegen zu sein schien: es wirkte so lässig und so unglaublich frei. Auch wenn das vielleicht nur eine Attitüde war, und auch wenn selbst einer wie Frankieboy dafür bis zuletzt immer wieder in den Ring des gnadenlosen Showbusiness’ steigen musste.Triffitts Stimme ist von der Sinatras kaum zu unterscheiden Etwas war an ihm, das ihn über seinen immensen Arbeitswillen und das große, auch schauspielerische Talent hinaus zu einem Künstler machte, der manchmal sang, als wäre er von einem anderen Stern. Und in Stephen Triffitt konnten die amüsierten, gebannten, in schönen Erinnerungen schwelgenden Zuhörer einen genießen, der genau diesen besonderen Geist in erstaunlicher Weise zum Leben erweckte. Nicht nur sah der Brite dem bewunderten Vorbild ähnlich, sondern verfügte er darüber hinaus über eine Stimme, die von Sinatras kaum zu unterscheiden war. Ein Phänomen. Und ein Glücksfall für alle Fans des unsterblichen, im Tuxedo so eleganten, beim Singen von Liebesliedern so gefühlvollen Sängers. Neben Triffitt überzeugten auch Mark Adams als bekanntlich (über)-reichlich dem Alkohol zusprechender Dean Martin und George Daniel Long als quirliger, von „Sinatra“ und „Martin“ gerne gemobbter Sammy Davis Jr. Doch der eigentliche Star des Abends war nun einmal Frank Sinatra. Und natürlich bekam das Publikum am Ende des von einer fabelhaften Bigband begleiteten Konzertes ein von Stephen Triffitt bravourös gemeistertes „My Way“ zu hören. Ehrensache.

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