Den "Chorleiter-Blues": Singen und tanzen die Sängerinnen des Knebelchors K2 zum Lob ihres Chorgründers und -leiters Thorsten von Knebel. - © Claudia Viotto
Den "Chorleiter-Blues": Singen und tanzen die Sängerinnen des Knebelchors K2 zum Lob ihres Chorgründers und -leiters Thorsten von Knebel. | © Claudia Viotto

Kultur Knebelchor K 2 feiert seinen fünften Geburtstag

Gast-Chöre und 100 Debüttanten sind in der Oetkerhalle mit dabei

Claudia Viotto

Bielefeld. Auf der Feier zum fünften Geburtstag des Knebelchors K2 bekannte der Chorleiter Thorsten von Knebel gleich zu Anfang, dass ihm der Debütanten-Auftritt am Beginn der zweiten Konzerthälfte der wichtigste Teil des Abends sei. Eigentlich hätten sie das ganze Konzert nur dieses Anfänger-Projekts wegen veranstaltet, scherzte er. Das Drumherum bestand in einem rund zweistündigen Gesangs-Programm, zu dem auch die Chöre Shantallica und die Knebel-Krähen beitrugen. Zu Beginn überwogen volkstümliche, meist vierstimmig gesungene Lieder wie „Fein sein, beieinander bleiben“ oder „I hob mia mei Häuserl“, mit denen man sich als Zuhörer in „gute alte“ Zeiten zurückversetzt fühlte. Da sangen ganz bodenständig zwei Dutzend Männer – mit (unechtem) bayerischem Lederhosen-Latz – den Titel „Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd“ über ihre Liebe zur schönen Sennerin. Das alm-dudlerische Pendant lieferte ein gekonnt jodelndes Sängerinnen-Duo in Trachtenkleidern. Mozarts alberner Kanon „O du martinhafter Esel“ passt von Knebel und K2 genau ins Konzept. Ansonsten verulken sie Klassiktitel gerne selbst. In von Knebels Chorversion der 5. Sinfonie von Beethoven begegnet den Zuhörern ein bizarrer Liedtext über den Erfinder der Wäscheklammer mit Worten wie „Rotkohlmischmaschine“. Besonders schön klingt das Lied „Il est bel et bon“ vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Effektvoll schallt das repetierte „bon – bon – bon“ durch alle Stimmen. Nur kurz darauf bringen sie eine hübsche K2-Version des Ärzte-Songs „Männer und Frauen“.So eine Lust zu singen Den Wortanteil des Konzertabends erhöhte eine der Altstimmen, indem sie überraschend offen über ihre Krankheit und ihren Weg zu K2 sprach. Veronika Engel, pensionierte Ärztin, erzählte, wie „lauter gute Pläne“, die sie mit 66 Jahren hatte, durchkreuzt wurden, da sie „über Nacht zur Parkinsonistin“ geworden sei. Sie schloss damit, dass sie „seit ich im Chor bin, so eine Lust zu singen“ habe. Die Singfreude wird allseits spürbar und auch das Vergnügen an Gageinlagen. Mal wird in Megaphone gesungen, mal präsentieren sie ein Lied – „Fisches Nachtgesang“ – tonlos und in Zeitlupe. Im „Chorleiter-Blues“ rocken die Frauenstimmen – à la BluesBrothers – über die Bühne. Instrumental werden sie von Moritz Petersen am Klavier und Arne Backs am Saxophon begleitet. Letzterer erhält spontan ein Ständchen zum 18. Geburtstag: „Viel Glück und viel Segen“ singen alle inklusive Publikum, das von Knebel – ganz in seinem Element – in drei Flügel unterteilt. In rustikaler Art und geradezu einschüchternder Lautstärke präsentiert der Männerchor Shantallica Songs vom „Drunken Sailor“ bis zum Lob auf „DSC Arminia Bielefeld“ – die Besucher singen bis grölen kräftig mit. Dem schließt sich der K2 mit „Arminia, wie schön sind deine Tore“ an. Die Knebel-Krähen, 13 Männer und Frauen unter Leitung von Henry Friesen, zeigen mit zwei jazzigen Titeln, was für ein Klang nach 15 Jahren Stimmentwicklung möglich ist. Dann treten von Knebels geliebte Debütanten auf. Niemand der 100 Leute stand bislang auf einer Konzertbühne, viele lesen das heitere Überraschungslied vom Zettel ab, brauchen noch Orientierung, aber der Funke der Begeisterung hat sie schon erfasst. Im Finale besingen die einstigen Debütanten von 2009, nämlich die heutigen K2-Mitglieder, sich noch selbst als „Lerchen aus Westfalen“ und zu guter Letzt mit beiden Gast-Chören und dem Publikum vierstimmig den Kanon „Der Hahn ist tot“.

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