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Bielefelds Florian Dick (r) im Kampf um den Ball mit Thomas Bertels (l) aus Paderborn. - © picture alliance / dpa
Bielefelds Florian Dick (r) im Kampf um den Ball mit Thomas Bertels (l) aus Paderborn. | © picture alliance / dpa

SC Paderborn Thomas Bertels wird beim SC Paderborn endlich belohnt

Nach einer schier endlosen Verletzungsmisere steht der 29-Jährige beim OWL-Derby in Bielefeld erstmals seit 651 Tagen wieder in der Startelf

Frank Beineke
24.02.2016 | Stand 23.02.2016, 22:42 Uhr

Paderborn. Im Zweitliga-Saisonfinale gegen Aalen hatte Thomas Bertels am 11. Mai 2014 in der Anfangsformation des SC Paderborn gestanden, die mit einem 2:1-Heimsieg den Erstliga-Aufstieg perfekt machte. 651 Tage sollten vergehen, ehe der aus Lippstadt-Dedinghausen stammende Fußballer im OWL-Derby bei Arminia Bielefeld seinen nächsten Startelf-Einsatz für die SCP-Profis feierte. Das 1:1 auf der Alm war für Bertels daher ein besonderes Spiel. „Es hat mir gezeigt, dass sich all die harte Arbeit gelohnt hat", betont der 29-Jährige, für den im Sommer 2014 eine schier endlos lange Leidenszeit begann. Nach einer Achillessehnen-Operation gab es Komplikationen, die Bertels in der Folgezeit immer wieder zurückwerfen sollten. Diverse Comebackversuche wurden von einer hartnäckigen Entzündung in der rechten Ferse gestoppt. Nach einer dritten Operation im Januar 2015 hatte der SCP-Profi einen emotionalen Tiefpunkt erreicht. „Ich war damals kurz davor, alles hinzuschmeißen. Aber letztlich spiele ich viel zu gerne Fußball. Und so habe ich ein Jetzt-erst-recht-Gefühl entwickelt", sagt Bertels, der im Sommer 2011 vom SC Verl zum SCP gewechselt und auf Anhieb Stammspieler geworden war. Doch in der Erstliga-Saison ließ seine Verletzungsmisere lediglich einen dreiminütigen Kurzeinsatz im Heimspiel gegen Köln zu. Erst seit dem vergangenen Herbst ist er weitgehend beschwerdefrei. „Seitdem geht es kontinuierlich aufwärts", sagt Bertels, der Ende November als Einwechselspieler bei der Partie in Freiburg sein Saisondebüt feierte und zudem Spielpraxis in der SCP-Reserve sammelte. Ergebnis: Die Achillessehne hält. Zur gesundheitlichen Genesung gesellte sich das private Glück. Im November wurde Bertels erstmals Vater. Und Töchterchen Lena-Eléa sorgt dafür, dass der stolze Papa vieles nun mit anderen Augen sieht. „Du wirst einfach viel gelassener", sagt Bertels. Dies gelte auch mit Blick auf die Tatsache, dass sein Vertrag im Sommer ausläuft. Noch gab es keine Gespräche. Dass Bertels beim SCP jedoch eine hohe Wertschätzung genießt, zeigte sich im Januar 2015. Damals verlängerte der Verein trotz der langen Verletzungsgeschichte den Vertrag des flexibel einsetzbaren 1,92-Meter-Mannes. „Ich bin daher ganz entspannt. Ich kann nur versuchen, meine Leistung zu bringen", so Bertels. Die aktuelle Lage des SCP sorgt dagegen auch beim 29-Jährigen für Anspannung. „Ganz klar: Es müssen schleunigst Punkte her", so Bertels. Möglichst schon an diesem Freitag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen RB Leipzig. „St. Pauli hat es vorgemacht. Leipzig ist verwundbar", urteilt der Paderborner, der gegen die Sachsen wohl wieder von Beginn an ran darf. Denn beim 1:1 in Bielefeld war Bertels bester SCP-Feldspieler – nicht nur wegen seiner Vorlage zum Führungstor. Bis zum nächsten Startelf-Einsatz vergehen somit nur noch zwei Tage.

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