Tatort-Ermittler Mario Kopper (Andreas Hoppe) will einen Freund beschützen. - © SWR/Roland Suso Richter
Tatort-Ermittler Mario Kopper (Andreas Hoppe) will einen Freund beschützen. | © SWR/Roland Suso Richter

TV & Film "Kopper" - Tatort aus Ludwigshafen kann also doch spannend sein

Letzter Einsatz für Ermittler Mario Kopper (Andreas Hoppe)

Angela Wiese

Mit der Folge "Kopper" verabschiedet sich Schauspieler Andreas Hoppe aus dem Tatort. Für Ludwigshafener Tatort-Verhältnisse eine spannende Folge. Trotz einiger schwieriger Momente. Allein gegen die Mafia Nach über 20 Jahren und insgesamt 57 Folgen nimmt der Tatort-Ermittler Mario Kopper (Andreas Hoppe) seinen Hut. Nachdem die Figur in der letzten Ludwigshafener Folge "Babbeldasch" lediglich einen Kurzauftritt hatte, avanciert sie zum Abschied noch einmal zum Titelhelden. Und siehe da: Die Tatort-Folge ist spannend. Und das kann man nicht über gerade viele Tatort-Folgen aus Ludwigshafen sagen. Mario Kopper ermittelt weitestgehend allein im Mafia-Umfeld. Einem alten Freund will er helfen, aus diesem Umfeld mit einem Zeugenschutzprogramm zu entkommen. Dafür muss der Freund allerdings über die Mafia-Geschäfte aussagen. Das Projekt misslingt, am Ende wird Kopper hintergangen und wird aus dem Polizeidienst entlassen. Eine runde Geschichte, die vielleicht nicht hängen bleibt, aber für Unterhaltung sorgt. Kopper hat nicht viel zu sagen Zugegeben, die Folge "Kopper" hat auch irritierende Momente. Zum Beispiel, wenn der Zuschauer bei den bis nach Ludwigshafen greifenden Mafia-Strukturen um illegalen Müllhandel den Durchblick verliert. Oder auch, weil sich Tatort-Kenner fragen, warum Kopper als versierter Polizist so leichtfertig die Pfade rechtlich korrekten Verhaltens verlässt, indem er zum Beispiel angetrunken zur Dienstwaffe greift, jemanden erschießt und anschließend flüchtet. Merkwürdig ist aber auch, dass die Figur selbst als Titelheld kaum mehr zu sagen hat, als in früheren Folgen mit deutlich weniger Einsatz. Kein leichter Abschied Etwas bitter klingt, was Andreas Hoppe in einem Interview zu seinem Ausscheiden aus der Krimireihe zu sagen hatte. Der Abschied sei ihm zwar schwer gefallen, sagte der Schauspieler im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Doch der Südwestrundfunk (SWR) habe die Figur Kopper nicht mehr gewollt oder gefördert. „Ich mochte die Figur sehr, deshalb habe ich sehr darum gekämpft und versucht, sie zu verteidigen und zu schützen", wird der Schauspieler zitiert. Mit „tollen Ideen" habe er die Redaktion füttern wollen, aber „das wollten die alles nicht". Weiterer Impro-Tatort aus Ludwigshafen Künftig wird Lena Odenthal wohl mit Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln. Nach dem heftig kritisierten Improvisations-Tatort "Babbeldasch" kommt aus Ludwigshafen 2018 übrigens erneut ein Improvisations-Tatort, diesmal mit Profi-Schauspielern. Axel Ranisch führt wieder Regie und das Konzept von Autor Sönke Andresen gibt auch diesmal keine Dialoge vor. Der Arbeitstitel der Anfang 2017 gedrehten Folge ist "Waldlust". Man darf gespannt sein.

realisiert durch evolver group