Hans Meiser wird künftig wohl keine Auftritte mehr im Neo Magazin Royale haben. - © picture alliance
Hans Meiser wird künftig wohl keine Auftritte mehr im Neo Magazin Royale haben. | © picture alliance

Verschwörungstheorien "Neo Magazine Royale" trennt sich von Hans Meiser

Der Entertainer leiht sein Gesicht einer rechten Verschwörungs-Website. Jan Böhmermanns Produktionsfirma macht nun kurzen Prozess.

Matthias Schwarzer

Köln. Als "Der kleine Mann" oder "Bundespräsident Hans Meiser Steinmeiser" hatte TV-Moderator Hans Meiser zahlreiche Auftritte im "Neo Magazin Royale". Damit ist jetzt Schluss: Die Satire-Sendung um Jan Böhmermann trennt sich von dem Entertainer. Der Grund sind fragwürdige Auftritte auf Verschwörungstheoretiker-Websites. Video: Hans Meiser im "Neo Magazin Royale" Konkret leiht der ehemalige Talkshow-Moderator der Website watergate.tv sein Gesicht, die unzählige rechte Parolen und antisemitische Theorien verbreitet. Der neue französische Präsident Emmanuel Macron wird hier beispielsweise als "Rothschild-Marionette" bezeichnet. Auf der Seite wird Hans Meiser auch als Autor aufgeführt. Bereits Ende April hatte die Facebook-Seite "GenFM" die bizarren Nebentätigkeiten des ehemaligen Talkshow-Moderators aufgedeckt. Am Dienstag veröffentlichte das Magazin Vice dazu einen Artikel und fragte auch bei Hans Meiser selbst nach. "Für mich ist das nur ein Job", so der Moderator gegenüber dem Magazin. Und: Er wolle das nicht "diskutieren". "Neo Magazin Royale" macht kurzen Prozess Die Bildundtonfabrik, die Produktionsfirma des "Neo Magazin Royale", macht nun allerdings kurzen Prozess: "Wir hatten die unausgesprochene aber klare Vereinbarung, dass Hans Meiser neben dem Neo Magazin Royale in keinem zweiten unseriösen Internetformat zu sehen ist", heißt es gewohnt ironisch auf der Facebook-Seite des Unternehmens. "Sollten Hans Meisers Auftritte in unserer Sendung die Gefühle und Weltanschauungen von Verschwörungstheoretikern verletzt haben, so entschuldigen wir uns von Herzen. Wir möchten die Unglaubwürdigkeit von Hans Meisers Verschwörungsformaten durch den schlechten Ruf unserer Sendung nicht länger gefährden." Sobald Hans Meiser herausgefunden habe, wer wirklich hinter dem 11. September stecke, dürfe er gerne wiederkommen. In den Kommentaren unter dem Post diskutieren Nutzer, inwiefern man dem Statement Glauben schenken kann. Bereits in der Vergangenheit hatte das "Neo Magazin Royale" Internetnutzer mit verschiedenen Aktionen an der Nase herum geführt. ZDF bestätigt Trennung Das ZDF hingegen bestätigte die Trennung von Hans Meiser am Mittwoch, berichtet Spiegel Online. Derzeit seien keine weiteren Auftritte des 70-Jährigen in der Sendung "Neo Magazin Royale" geplant, heißt es. Meiser selbst äußerte sich am Mittwoch gegenüber der dpa: "Man kann sagen: Es ist beendet." Er schreibe für watergate.tv und zu seinen Texten stehe er auch. Sie seien korrekt recherchiert. Was sonst auf dem Portal veröffentlicht werde, lese er allerdings "relativ selten". Beim „Neo Magazin Royale" hätte er gerne weitergemacht, sich aber mit der Trennung abgefunden. "Wenn es so ist, dann ist es so." Moderator Jan Böhmermann hatte sich in der Vergangenheit immer wieder eindeutig gegen rechte Verschwörungstheorien positioniert. "Schon früher beim Radio galt für mich immer die Regel: Ich rede nicht mit Verschwörungstheoretikern", sagte der Moderator am Sonntag in seinem Podcast "Fest und Flauschig". Zuletzt hatte der Satiriker auch den Fall um Xavier Naidoo scharf kritisiert. Hans Meiser selbst war schon in der Vergangenheit als Werbegesicht auf fragwürdigen Websites aufgetaucht. Unter anderem empfiehlt der Moderator in Web-Videos und auf Werbebannern fragwürdige Investments.

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