Die Tatort-Kommissare Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) ermitteln in Kiel. - © NDR/Christine Schroeder
Die Tatort-Kommissare Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) ermitteln in Kiel. | © NDR/Christine Schroeder

TV & Film Tatort-Vorschau: Lohnt sich "Borowski und das dunkle Netz"?

Krimi aus Kiel

Angela Wiese

Die Tatort-Kommissare Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) ermitteln am Sonntag in den Untiefen des Darknets, im dunklen Teil des Internets also. Lohnt sich die Folge aus Kiel? Story Der Leiter der Spezialabteilung Cyber-Crime wird ermordet. Die Tatort-Kommissare Borowski und Brandt ermitteln. Die Spur führt ins Darknet. Für die ehemalige Hackerin Sarah Brandt ein guter Fall. Borowski allerdings muss sich erst mal in die Materie einarbeiten. Die Ermittler müssen einen Mörder finden, der im Darknet perfekt seine Spuren verwischen konnte. Achtung: Die Folge wird wieder blutig. Team Die Kommissare Brandt und Borowski harmonieren auch in dieser Folge wieder sehr gut. Beide sind mürrisch und eigensinnig, übertreffen sich in diesen Eigenschaften gegenseitig. Es macht Spaß, den beiden Ermittlern zuzuschauen. Der Zuschauer hat nicht mehr viele Gelegenheiten, Borowski und Brandt in gemeinsamer Tatort-Mission zu beobachten. Schauspielerin Sibel Kekilli gab im Februar bekannt, dass sie aus dem Kieler Tatort aussteigt. Die letzte gemeinsame Folge von Brandt und Borowski, "Borowski und das Fest des Nordens" ist nach NDR-Angaben am 21. Mai zu sehen. Spannung Puh! Schon wieder ein Tatort über Internet-Kriminalität. Das kann langweilig werden. Ist es in diesem Fall aber ganz und gar nicht. Das liegt zum einen daran, dass auch "gute alte" Ermittlungsarbeit zu sehen ist. Die Kommissare sitzen nicht die ganze Zeit an ihren Rechnern und kommunizieren mit den dunklen Mächten des Internets. Zum anderen sind die Figuren, zum Beispiel die des Täters zu Beginn der Folge, erfrischend ungewöhnliche Charaktere. So ungewöhnlich wie die fast fröhlich wirkende Zupf- und Klaviermusik, die während der grausamsten Szenen zu hören ist. Besonderheiten Die Musik steht in diesem Tatort steht häufig im Kontrast zu den Inhalten der dazugehörigen Szenen. Das macht die blutigen Szenen in der Regel nur besser. Und manchmal auch erträglicher. Kommissar Borowski steht in diesem Tatort stellvertretend für alle Zuschauer, die sich mit Netzthemen wie Darknet und mit der Internetwährung Bitcoins bislang nicht auseinandergesetzt haben. Borowski hat nämlich keine Ahnung von der Materie. Um das zu ändern, greifen die Tatort-Macher in diesem Fall zu einem ungewöhnlichen Stilmittel: Sie lassen einen Cyber-Crime-Ermittler die Fakten erklären und zeigen dazu passend Animationen. In diesen wird zum Beispiel das Internet als Eisberg dargestellt, bestehend aus der sichtbaren Spitze, dem vor Suchmaschinen verborgenen Deep Web und dessen Teilnetzen, dem Darknet. Gut für Borowskis Verständnis (und das der Zuschauer). Empfehlung Schon wieder ein Tatort über Cyber-Crime. Ja. "Borowski und das dunkle Netz" ist allerdings wirklich gut gelungen. Die Folge ist spannend, die Kommissare sind gut, die Charaktere interessant. Wie schon die vorherige Folge "Nachtsicht" fällt auch diese stellenweise arg blutig aus. Wer nicht gut hinsehen kann, wenn Menschen Schmerzen erleiden, wird wohl hin und wieder die Augen zusammenkneifen müssen. Empfehlung trotzdem: angucken.

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