Ganz schön teuer: Der Hamburg-Tatort mit Til Schweiger hat 2,1 Millionen Euro gekostet. - © dpa
Ganz schön teuer: Der Hamburg-Tatort mit Til Schweiger hat 2,1 Millionen Euro gekostet. | © dpa

Til Schweiger zu teuer? Rechnungshof kritisiert NDR für Tatort-Kosten

Der NDR gibt rund 20 Prozent mehr aus als andere ARD-Anstalten. Ein Sprecher weist die Kritik des Rechnungshofs zurück.

Matthias Schwarzer

Hamburg. Die "Tatort"-Folgen des Norddeutschen Rundfunks sind nach Ansicht des Hamburger Rechnungshofs zu teuer. Die Produktionskosten würden die veranschlagten Beiträge regelmäßig übersteigen, schreibt der Rechnungshof es in seinem Jahresbericht. Dazu gehörten zuletzt vor allem die Tatort-Fälle mit Til Schweiger als Kommissar Nick Tschiller. Der NDR ist für die Tatort-Produktionen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein verantwortlich. Die Rechnungshöfe der drei Bundesländer haben nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts neun der insgesamt 18 "Tatort"-Produktionen geprüft, die zwischen 2012 und 2014 vom NDR in Auftrag gegeben worden waren. Das Ergebnis: Die Produktionskosten des NDR übersteigen die veranschlagten Beiträge regelmäßig - teilweise bis zu 20 Prozent. Die NDR-Produktionen seien mit durchschnittlich 1,7 Millionen Euro deutlich teurer als die der anderen ARD-Anstalten. Diese geben "nur" 1,5 Millionen Euro für eine Tatort-Folge aus. Teuerster Film war nach Informationen der Zeitung die Folge "Der große Schmerz" mit Til Schweiger und Schlager-Star Helene Fischer. Rund 2,1 Millionen Euro soll der Streifen gekostet haben. Film mit Til Schweiger floppte Für Kritik sorgen vor allem die unterschiedlichen Gagen der Darsteller, die einen großen Teil der Produktionskosten ausmachen. "Die Rechnungshöfe haben den NDR aufgefordert, den Nachweis zu führen, dass insbesondere die hohe Spannweite bei den Vergütungen der Hauptdarsteller und die damit zusammenhängende hohe Varianz bei den Produktionskosten in einem angemessenen Verhältnis zur Reichweite der jeweiligen Tatortfolgen steht", heißt es dazu im Jahresbericht. Der NDR kann die Kritik hingegen nicht nachvollziehen. Der Tatort setze bewusst auf herausragende Besetzungen seiner "Tatort"-Produktionen, sagt NDR-Sprecher Martin Gartzke gegenüber dem Abendblatt. Dies gelte für die Schauspielerinnen und Schauspieler, ebenso wie für Buch und Regie. Zudem verweist Gartzke auf teure Drehs im ländlichen Raum und die guten Quoten der NDR-"Tatorte". Argumente, die der Rechnungshof nicht gelten lässt: Im Fall von Til Schweiger sackten die Zuschauerzahlen innerhalb von vier Filmen von 12,74 Millionen auf 7,69 Millionen ab. Auch Til Schweigers Kino-Tatort floppte.

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