An der A33 wurde ein Reh erschossen - Bürgermeister Besser übt jetzt scharfe Kritik (Symbolbild). - © picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa
An der A33 wurde ein Reh erschossen - Bürgermeister Besser übt jetzt scharfe Kritik (Symbolbild). | © picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa

Steinhagen Erschossenes, trächtiges Reh lag noch Tage an der A33: Bürgermeister empört

"Das tote Tier bei dieser Witterung fast eine Woche an der Autobahn im Wasserschutzgebiet liegen zu lassen, halte ich für skandalös"

Frank Jasper

Steinhagen. Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat sich Bürgermeister Klaus Besser zu dem erschossenen Reh an der Autobahn geäußert. „Ob man das trächtige Tier tatsächlich erschießen musste, oder ob man es auch durch andere Maßnahmen hätte von der Trasse vertreiben können, lasse ich mal dahingestellt – das tote Tier dann aber bei dieser Witterung fast eine Woche an der Autobahn im Wasserschutzgebiet liegen zu lassen, halte ich für skandalös", teilte Bürgermeister Klaus Besser jetzt mit. Anwohner berichteten, dass der Kadaver inzwischen abgeholt wurde. Polizeibeamte hatten das Tier am Samstag erschossen, nachdem es immer wieder auf das Autobahngelände gelaufen war. Mehrere Versuche, das Reh zu vertreiben, seien zuvor gescheitert, begründete die Polizei ihr Vorgehen. Die Gefahr einer Kollision mit einem Fahrzeug sei zu groß gewesen. Trotz Zäunen: Schon mehrmals sollen es Rehe auf die A33 geschafft haben Vor dem Hintergrund des aktuellen Falls wird über die Höhe der Wildschutzzäune entlang der Trasse diskutiert, denn schon mehrmals sollen es Rehe auf die A 33 geschafft haben. Auch dazu nimmt Bürgermeister Besser Stellung: „Bürger haben nachgemessen und festgestellt, dass die Zäune teilweise unter 1,40 Meter Höhe haben. Das ist völlig unzureichend", meint Klaus Besser. Laut Landesstraßenbetrieb NRW haben die Zäune eine Höhe von in der Regel 1,60 Meter. Das sei ausreichend. Laut Deutschem Jagdverband gab es im Jagdjahr 2016/17 in Deutschland 228.490 Wildunfälle. Das ist ein Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zumeist sind es Rehe (195.400 Fälle), die auf Straßen angefahren werden, gefolgt von Wildschweinen (26.170 Fälle). Bei hohem Tempo sind die Folgen einer Kollision besonders dramatisch. Darum stellen Tiere besonders auf der Autobahn eine große Gefahr dar.

realisiert durch evolver group