Gefahr durch den Autoverkehr: Erdkrötenweibchen tragen die Männchen auf ihrem Rücken zum Laichplatz. Foto: dpa - © Verwendung weltweit
Gefahr durch den Autoverkehr: Erdkrötenweibchen tragen die Männchen auf ihrem Rücken zum Laichplatz. Foto: dpa | © Verwendung weltweit

NRW Liebestrunkene Amphibien: Die Krötenwanderung beginnt wieder

Insgesamt werden in Nordrhein-Westfalen laut NABU mehrere hundert Zaunanlagen von aktiven Tierschützern betreut. Die Autofahrer werden um Rücksicht gebeten.

Matthias Bungeroth

Bielefeld/Düsseldorf. Das erstmals in diesem Jahr frühlingshafte Wetter lockt sie wieder in Scharen aus ihren Winterquartieren: Kröten, Frösche und Molche. „Mit milden Nachttemperaturen von über 6 Grad Celsius ist an vielen Orten in Nordrhein-Westfalen mit den ersten Amphibien-Wanderungen zu rechnen", teilt der Naturschutzbund NABU NRW mit. „Endlich wird es auch in der Nacht so warm, dass die Kröten aus ihren Winterverstecken kommen und zu ihren Laichgewässern laufen", sagt Monika Hachtel, Sprecherin des NABU-Fachausschusses Amphibien- und Reptilienschutz in NRW. Besonders im Tiefland dürfte einiges los sein, so die Expertin. Die kalten und frostigen Nächte der letzten Wochen hätten die wechselwarmen Frösche und Kröten bislang von ihrer Frühlingswanderung abgehalten, so der NABU. „Doch nun werden die Bedingungen in den niederen Lagen günstiger". Dies gelte besonders bei mildem und feuchtem Wetter. Doch die Wanderung ist für die Amphibien mit großen Risiken verbunden. Hachtel: „Auf den bis zu zwei Kilometer langen Wanderungen müssen Kröten, Frösche und Molche oftmals Straßen überqueren." Nicht schneller als Tempo 30 fahren Der NABU bittet deshalb Autofahrer, in der Dämmerung vorsichtig zu fahren und Rücksicht auf liebestrunkene Lurche zu nehmen. Überall, wo Amphibien unterwegs seien, sollte man nicht schneller als Tempo 30 fahren, um die Tiere nicht unnötig zu gefährden. Hinweisschilder an den Straßen weisen Kraftfahrer auf Straßenabschnitte hin, die besonders betroffen seien. Eine oft unterschätzte Gefahr sei zudem der Strömungsdruck der Fahrzeuge, warnt der NABU. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 30 Kilometern pro Stunde würden auch Amphibien getötet, die am Straßenrand sitzen. Der Strömungsdruck bringe ihre inneren Organe zum Platzen, so Hachtel. Die Wandersaison der Amphibien ruft deshalb wieder viele Naturschützer auf den Plan. Hachtel: „Viele NABU-Gruppen betreuen mobile Krötenzäune, um Amphibien an besonderen Gefährdungsstellen vor dem Straßentod zu retten." Insgesamt werden einige hundert Krötenzaunanlagen in NRW von aktiven Krötenschützern betreut „Bei entsprechender Witterung heißt es nun, täglich die Krötenzäune abzugehen, die sich in Eimern sammelnden Amphibien zu zählen und sie über die Straße zu tragen", beschreibt Hachtel die aktuelle Phase. Seit 2002 dokumentiert der NABU das bundesweite Wandergeschehen tagesaktuell im Internet. Die Zahl der teilnehmenden Gruppen stieg von 150 auf inzwischen rund 400. Eine Übersicht über die Krötenzäune sowie das aktuelle Wandergeschehen findet man unter www.nabu.de/kroetenwanderung.

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