Jetzt ist die richtige Zeit: Der Buchsbaum sollte geschnitten werden, denn wenn das erst im Sommer geschieht, können Pilze und Zünsler eindringen. Gärtnerin Brigitte Bergschneider gibt diesen Tipp. - © Lisa Richter
Jetzt ist die richtige Zeit: Der Buchsbaum sollte geschnitten werden, denn wenn das erst im Sommer geschieht, können Pilze und Zünsler eindringen. Gärtnerin Brigitte Bergschneider gibt diesen Tipp. | © Lisa Richter

Paderborn Paderbornerin gibt Tipps, wie man den Buchsbaum retten kann

Brigitte Bergschneider verrät in dem Buch "Verrückt nach Garten" ein neues Konzept, um Pilz und Zünsler zu bekämpfen

Lisa Richter

Paderborn. Rosen blühen im Sommer soweit das Auge reicht, dazu in verschiedenen Formen geschnittene Hecken, mit Kissen verzierte Bänke zum Innehalten, verschiedene Skulpturen, ein Pavillon, ein Teich mit Seerosen - so sieht Brigitte Bergschneiders Garten aus. Ein "Rosentraum" wird das 1.300 Quadratmeter große Gelände der Paderbornerin häufig genannt. Ihr Garten, den sie seit dem Jahr 2000 besitzt, zählt zu einem der schönsten und hat es neben neun anderen Gärten Deutschlands in das Buch "Verrückt nach Garten" geschafft, das beim Callwey-Verlag erschienen ist. Die Autoren Manfred Lucenz und Klaus Bender sind bekannte Gartenfachleute, die auch häufig im Fernsehen Tipps für den eigenen Garten geben. Tipps gibt auch Brigitte Bergschneider. Denn in dem Buch zeigt sie nicht nur ihre Rosenpracht, sondern gibt Hinweise, um den Buchsbaum zu retten. Kaum noch lebendigen Buchsbaum Warum sich Brigitte Bergschneider gerade mit dieser Pflanze beschäftigt, hat einen guten Grund: "In Schloss Neuhaus und vielen anderen Städten gibt es kaum noch lebendigen Buchsbaum", erklärt sie. Auslöser sind der hartnäckige Pilz Cylindrocladium buxicola und ein Zünsler, der vor elf Jahren begann, den Buchsbaum zu zerstören und dazu bis zu fünf Kilometer im Jahr "wandert". Gegen beides konnte kaum jemand ankämpfen und das hat so manchen Gärtner zum Verzweifeln gebracht. Auch Bergschneider hat lange experimentiert, bevor sie ein Konzept entwickeln konnte, um den Buchs zu behandeln. Geholfen haben ihr die Zusammenarbeit mit den Autoren Lucenz und Bender, das regelmäßige Testen des pH-Werts ihrer Pflanzen, aber auch die Erfahrungen, die sie auf ihren Gartenreisen machen konnte, die sie selbst organisiert. Auf einer Tour machte Brigitte Bergschneider die entscheidende Entdeckung: die Gärtnerin sah Büsche, die direkt auf einem Kalkstein wuchsen. "Da hat es bei mir Klick gemacht", berichtet Bergschneider. Geheimtipp: Algenkalk Die Gärtnerin bepudert ihren Buchs seitdem mit Algenkalk. Dieser verhindert, dass der Zünsler seine Eier ablegen kann und bekämpft auch den Pilz des Buchsbaumes. Zuvor muss der Buchs geschnitten werden - schon zu Beginn des Jahres. Dann kann der Algenkalk auch ins Innere der Pflanze eindringen. Würde man den Buchs erst im Sommer schneiden, würde das der Pilz übernehmen und durch Wunden in den Blättern leicht in die Pflanze eindringen und sich bei warmen Temperaturen gut entwickeln. Zusätzlich sollte "Siapton" als Boden- und Blattdünger verwendet werden, um die Pflanze zu stärken und die Blätter zum Glänzen zu bringen. "Siapton" ist ein Eiweißpäpertat und ist daher nicht umweltschädlich. Erkennen kann der Gärtner den Befall seines Buchsbaumes an kahlen Zweigen und Blättern, die braune Flecken und weiße Pilzsporen aufweisen. Wenn die Experten-Tipps befolgt werden, kann sich Buchsbaum sogar vollkommen erholen, versichert Brigitte Bergschneider.

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