Wollen helfen: Die Gründungsmitglieder der Katzennothilfe Salzkotten Nofe, (v. l.) Christa Varol (Vizevorsitzende), Vanessa Kasch-Bornemann, Christiane Leifeld (Kassenwartin) und Leona Witkowski. - © Reinhard Peters
Wollen helfen: Die Gründungsmitglieder der Katzennothilfe Salzkotten Nofe, (v. l.) Christa Varol (Vizevorsitzende), Vanessa Kasch-Bornemann, Christiane Leifeld (Kassenwartin) und Leona Witkowski. | © Reinhard Peters

Salzkotten/Kreis Paderborn Neuer Verein hilft heimatlosen Katzen im Raum Paderborn

Verein will frei laufende Samtpfoten vermitteln. Im Kreis Paderborn werden jedes Jahr mehr als 1.000 verwilderte Tiere eingefangen

Reinhard Peters

Salzkotten/Kreis Paderborn. Sie kümmern sich schon seit Jahren um herrenlose Katzen im Kreis Paderborn. Jetzt haben engagierte Tierschützerinnen aus dem Raum Salzkotten einen Verein mit dem Namen "Nofe - Katzennothilfe Salzkotten" gegründet. Das Nofe steht für "Notfelle". Bisher haben die Salzkottenerinnen Christa Varol und Leona Wittkowski bereits mehrere hundert Fellnasen eingefangen, gepflegt und kastrieren lassen. Im gesamten Kreis werden jedes Jahr weitaus mehr als 1.000 herrenlose, teilweise verwilderte Katzen eingefangen und kastriert. Dieses Ergebnis lässt sich nur in enger Zusammenarbeit mit anderen Tierschützern, den Tierheimen Paderborn und Lippstadt und einigen engagierten Tierärzten erzielen. Ein Teil der eingefangenen Streunerkatzen kann dann in ein neues Zuhause vermittelt werden, der größere Teil wird nach überstandener Kastration und Genesung allerdings dort wieder ausgesetzt, wo sie eingefangen wurden, da viele dieser Katzen nicht mehr an ein Leben in einem Haushalt gewöhnt werden können. ,,Es gibt immer noch viel zu viele herrenlose Katzen, die sich unkontrolliert vermehren und um die sich niemand kümmert", erklärt Christa Varol. "Wir sind auf die Mithilfe von aufmerksamen Menschen angewiesen, die uns informieren, wenn sie irgendwo freilebende Katzen beobachten", erläutert sie. Oft erreichen sie Hilferufe weil Mitarbeiter oder Besucher von Industriegebieten, Freizeitanlagen, öffentlichen Einrichtungen, Nachbarn von leerstehenden Gebäuden oder Landwirte auf ihren Anwesen Streuner beobachtet haben. In diesen Fällen sehen sich die Tierschützerinnen vor Ort um, stellen Fallen auf und hoffen, dass es nicht zu lange dauert, bis sich die Samtpfoten darin fangen lassen. Meist treibt sie der Hunger nach kurzer Zeit in die geräumige Lebendfalle, manchmal dauert es aber mehrere Tage. Ihre ganze Freizeit opfert die berufstätige, alleinerziehende Mutter dem Wohl der Katzen. Auch zu Hause dreht sich alles um die Samtpfoten. "Manche Tiere sind häusliches Leben nicht mehr gewöhnt" Die Pflege von kranken oder hilfsbedürftigen Katzen teilt sie sich mit Leona Witkowski. Während die Scharmederin Witkowski zu Hause hauptsächlich kranke und alte Streuner versorgt und pflegt, kümmert sich Christa Varol vor allem um die Pflege und Aufzucht von Katzenjungen, die aus den verschiedensten Gründen nicht von ihrer Katzenmutter versorgt werden können. Wenn es sein muss, auch rund um die Uhr, denn Katzenbabys müssen alle zwei Stunden mit der Flasche gefüttert werden. Um das Elend der vielen Streunerkatzen endlich mal in den Griff zu bekommen, hoffen die Tierschützer, dass sich noch mehr Städte und Gemeinden dem Paderborner Modell der Kastrationspflicht anschließen. In den Gemeinden, die diesem Modell gefolgt sind, ist die unkontrollierte Fortpflanzung herrenloser Katzen und dem damit verbundenem Katzenelend spürbar zurückgegangen. Das Paderborner Modell haben nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes bundesweit etwa 450 Kommunen übernommen. In Nordrhein-Westfalen sind es fast 100 und in OWL weit über 30. Der Tierschutzbund spricht sich für eine deutschlandweite Regelung aus. Doch selbst im Kreis Paderborn haben sich noch nicht alle Städte beziehungsweise Gemeinden dem Modell angeschlossen. "Keine Unterstützung aus dem Salzkottener Rathaus" ,,In der Salzkottener Stadtverwaltung zum Beispiel wird das Problem streuender Katzen leider ignoriert, dort vertritt man die Meinung, dass es weder im Stadtgebiet noch in den Ortsteilen herrenlose Katzen gibt", erklärt Christa Varol, die bereits wiederholt beim Ordnungsamt vorgesprochen und um Unterstützung für ihre Arbeit gegen das Katzenelend gebeten hat, enttäuscht. Durch die Gründung des Vereins hoffen Leona Witkowski, Christa Varol, Christiane Leifeld und Vanessa Kasch-Bornemann, noch mehr Bürger für das Leid der Straßenkatzen zu sensibilisieren und darauf aufmerksam machen zu können, dass diese Tiere dringend Hilfe benötigen. Und vor allem hoffen sie, dass sie über den Verein Katzen an tierliebe Menschen vermitteln können, die bereit sind auch eine erwachsene oder vielleicht sogar eine Katze mit Handicap aufzunehmen. ,,Die meisten wollen leider immer nur Katzenkinder und wenn möglich auch noch eine Rassekatze", bedauert Leona Witkowski, ,,Erwachsene Hauskatzen, vor allem schwarze, haben es sehr schwer, ein neues Zuhause zu finden."

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